Stand: 31. Juli 2026. Die Inflation in Österreich ist im Juli voraussichtlich deutlich gesunken. Laut Schnellschätzung von Statistik Austria lagen die Verbraucherpreise um 2,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im Juni hatte die Inflationsrate noch 3,2 Prozent betragen. Für Haushalte ist diese Entwicklung wichtig, weil vor allem leicht gesunkene Lebensmittelpreise zur Entlastung beigetragen haben. Dienstleistungen und Energie verteuerten sich jedoch weiterhin überdurchschnittlich.
Sinkende Inflation bedeutet allerdings nicht, dass das allgemeine Preisniveau wieder auf frühere Werte zurückkehrt. Die Preise steigen im Durchschnitt lediglich langsamer als zuvor. Bei einzelnen Grundnahrungsmitteln können Konsument:innen im Juli tatsächlich niedrigere Preise sehen, während etwa Treibstoff, Heizöl, Gastronomie oder persönliche Dienstleistungen weiterhin spürbar teurer sein können.
| Kennzahl | Juli 2026 | Einordnung |
|---|---|---|
| Inflationsrate in Österreich | voraussichtlich 2,7 % | Im Juni 2026 waren es noch 3,2 %. |
| Veränderung zum Vormonat | ?0,1 % | Das durchschnittliche Preisniveau sank gegenüber Juni geringfügig. |
| Lebensmittel, Alkohol und Tabak | ?0,1 % zum Vorjahr | Im Juni hatte die Jahresveränderung noch +1,5 % betragen. |
| Dienstleistungen | +4,4 % | Sie blieben der stärkste Inflationstreiber. |
| Energie | +5,7 % | Vor allem Treibstoff und Heizöl verteuerten sich in der zweiten Julihälfte. |
| Harmonisierter Verbraucherpreisindex | +2,6 % | Damit lag Österreich vorläufig unter dem Eurozonen-Wert von 2,9 %. |
Warum die Inflation im Juli deutlich gesunken ist
Nach der vorläufigen Berechnung von Statistik Austria erklärt die Entwicklung bei Lebensmitteln ungefähr die Hälfte des Rückgangs der gesamten Inflationsrate um 0,5 Prozentpunkte. Die Preise in der Gruppe Lebensmittel, Alkohol und Tabak lagen geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Im Juni waren sie noch um 1,5 Prozent gestiegen.
Eine wesentliche Änderung trat am 1. Juli 2026 in Kraft: Für ausgewählte Grundnahrungsmittel wurde der Umsatzsteuersatz von bisher 10 Prozent auf 4,9 Prozent reduziert. Die Regelung umfasst unter anderem bestimmte Arten von Brot und Gebäck, Milch, Eier, Butter, Reis, Mehl, Teigwaren sowie ausgewähltes Obst und Gemüse.
Ob ein konkretes Produkt unter den ermäßigten Steuersatz fällt, hängt von seiner steuerlichen Einordnung ab. Einfache Grundprodukte können begünstigt sein, zusammengesetzte oder fertig zubereitete Speisen dagegen nicht automatisch. Eine belegte Semmel oder ein kombiniertes Frühstücksprodukt ist daher nicht allein deshalb günstiger besteuert, weil einzelne Zutaten auf der Liste stehen.

Wie stark kann die Steuersenkung einen Preis reduzieren?
Die Senkung von 10 auf 4,9 Prozent Mehrwertsteuer bedeutet nicht automatisch, dass der Endpreis um 5,1 Prozent fällt. Bleibt der Nettopreis unverändert und wird die Steuer vollständig weitergegeben, reduziert sich der bisherige Bruttopreis rechnerisch um rund 4,64 Prozent.
| Bisheriger Bruttopreis | Rechnerischer neuer Preis | Mögliche Entlastung |
|---|---|---|
| 1,00 € | rund 0,95 € | rund 0,05 € |
| 5,00 € | rund 4,77 € | rund 0,23 € |
| 10,00 € | rund 9,54 € | rund 0,46 € |
Die tatsächliche Preisentwicklung kann davon abweichen. Einkaufspreise, Löhne, Energie, Transport, Aktionen, Wettbewerb und Änderungen der Handelsspanne beeinflussen ebenfalls den Verkaufspreis. Erst die Entwicklung über mehrere Monate wird zeigen, wie vollständig und dauerhaft die Steuersenkung bei Konsument:innen ankommt.
Dienstleistungen und Energie bleiben teuer
Die niedrigere Gesamtinflation verdeckt große Unterschiede zwischen den einzelnen Ausgabengruppen. Dienstleistungen verteuerten sich im Juli weiterhin um 4,4 Prozent und blieben damit der bedeutendste Inflationstreiber. Dazu gehören je nach Warenkorb unter anderem Gastronomie, Beherbergung, Freizeitangebote, Versicherungen, Reparaturen und persönliche Dienstleistungen.
Auch die Energiepreise wirkten nicht entlastend. Sie lagen nach der vorläufigen Berechnung um 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Statistik Austria verweist insbesondere auf höhere Preise für Treibstoff und Heizöl in der zweiten Julihälfte.
Für einen Haushalt, der viel mit dem Auto fährt, mit Öl heizt oder einen hohen Anteil seines Budgets für Dienstleistungen ausgibt, kann die persönlich wahrgenommene Teuerung deshalb deutlich über 2,7 Prozent liegen.
Was eine Inflation von 2,7 Prozent für Haushalte bedeutet
Die Inflationsrate vergleicht das durchschnittliche Preisniveau im Juli 2026 mit dem Juli 2025. Sie sagt nicht, dass jedes Produkt um genau 2,7 Prozent teurer geworden ist. Ebenso bedeutet die Rate nicht, dass frühere Preissteigerungen rückgängig gemacht wurden.
Ein vereinfachtes Beispiel: Kostete ein repräsentativer Warenkorb vor einem Jahr 1.000 Euro, würde er bei 2,7 Prozent Inflation nun durchschnittlich etwa 1.027 Euro kosten. War derselbe Warenkorb in den Jahren davor bereits stark teurer geworden, bleibt dieses höhere Ausgangsniveau bestehen.
Die persönliche Inflation hängt davon ab, wofür das eigene Geld ausgegeben wird. Familien mit hohen Lebensmittelkosten profitieren stärker von günstigeren Grundnahrungsmitteln. Pendler:innen können höhere Treibstoffpreise stärker spüren. Mieter:innen, Restaurantbesucher:innen oder Personen mit regelmäßig benötigten Dienstleistungen erleben wiederum eine andere Kostenentwicklung.
Inflation und Sparzinsen gemeinsam betrachten
Für Sparer:innen ist nicht nur der angebotene Zinssatz entscheidend, sondern der Zinsertrag nach Kapitalertragsteuer und im Verhältnis zur Inflation. Bei klassischen Spar- und Termineinlagen werden Zinserträge in Österreich grundsätzlich mit 25 Prozent KESt belastet.
Um eine Inflation von 2,7 Prozent allein durch Sparzinsen rechnerisch auszugleichen, wäre bei 25 Prozent KESt ungefähr ein Bruttozinssatz von 3,6 Prozent erforderlich:
3,6 % Bruttozins × 0,75 = 2,7 % Nettozins
Die Berechnung ist eine vereinfachte Orientierung. Sie berücksichtigt weder unterjährige Zinsänderungen noch Gebühren, Zinseszins, Rundungen oder die persönliche Inflationsrate. Wer Angebote gegenüberstellen möchte, kann aktuelle Tagesgeld- und Festgeldzinsen in Österreich vergleichen und anschließend die tatsächlichen Sparzinsen nach KESt berechnen.
Nettozins und Inflation gemeinsam prüfen
Der Vergleich zeigt aktuelle Sparangebote für Österreich. Neben dem Zinssatz sollten auch Laufzeit, Zinsgarantie, Verfügbarkeit des Geldes, Einlagensicherung und Bedingungen für Neukund:innen geprüft werden.
Für Geld, das jederzeit als Notgroschen verfügbar bleiben soll, kann insbesondere Tagesgeld für kurzfristige Rücklagen interessant sein. Ein höher verzinstes Festgeld kann dagegen eine eingeschränkte Verfügbarkeit während der vereinbarten Laufzeit bedeuten.
Was in den kommenden Monaten entscheidend wird
Die am 31. Juli veröffentlichte Zahl ist eine Schnellschätzung. Sie basiert bereits auf einem großen Teil der erhobenen Preise, enthält aber noch nicht sämtliche Detaildaten. Statistik Austria veröffentlicht den vollständigen Verbraucherpreisindex für Juli am 19. August 2026.
Die Schnellschätzung ist außerdem nicht für vertragliche Wertsicherungen oder Indexanpassungen vorgesehen. Dafür ist der endgültige, offiziell veröffentlichte Index maßgeblich.
Für die weitere Entwicklung sind vor allem vier Punkte relevant:
- Lebensmittelpreise: Bleibt die Entlastung durch die niedrigere Umsatzsteuer auch nach den ersten Aktionen und Preisanpassungen bestehen?
- Dienstleistungen: Die weiterhin hohe Teuerungsrate von 4,4 Prozent zeigt einen anhaltenden inländischen Preisdruck.
- Energie: Treibstoff, Heizöl, Gas und Strom können die Gesamtinflation vergleichsweise rasch verändern.
- Löhne und Konsum: Höhere Einkommen können die Kaufkraft stabilisieren, gleichzeitig aber über höhere Kosten und Nachfrage auf Dienstleistungspreise wirken.
Ein einzelner Monat bestätigt daher noch keinen dauerhaft stabilen Trend. Die Juli-Zahlen zeigen jedoch, dass gezielte Preisentlastungen bei häufig gekauften Produkten die gemessene Inflation sichtbar beeinflussen können.
Häufige Fragen zur Inflation im Juli 2026
Ist in Österreich jetzt alles nur noch 2,7 Prozent teurer?
Nein. Die 2,7 Prozent beziehen sich auf die durchschnittliche Veränderung eines statistischen Warenkorbs gegenüber Juli 2025. Einzelne Preise können sinken, unverändert bleiben oder wesentlich stärker steigen.
Sind Lebensmittel im Juli 2026 billiger geworden?
Die gesamte Gruppe Lebensmittel, Alkohol und Tabak lag laut Schnellschätzung geringfügig unter dem Vorjahresniveau. Das gilt jedoch nicht für jedes einzelne Produkt. Die Mehrwertsteuersenkung betrifft nur ausgewählte Grundnahrungsmittel.
Welche Produkte haben nur noch 4,9 Prozent Mehrwertsteuer?
Begünstigt sind unter anderem bestimmte Sorten Brot und Gebäck, Milch, Eier, Butter, Mehl, Reis, Teigwaren sowie ausgewähltes Obst und Gemüse. Die genaue steuerliche Einordnung hängt vom jeweiligen Produkt ab.
Bedeutet sinkende Inflation, dass die Preise wieder auf das frühere Niveau fallen?
Nein. Sinkende Inflation bedeutet zunächst nur, dass das allgemeine Preisniveau langsamer steigt. Frühere Preissteigerungen werden dadurch nicht automatisch rückgängig gemacht.
Wie hoch müssen Sparzinsen bei 2,7 Prozent Inflation sein?
Bei 25 Prozent KESt wären vereinfacht rund 3,6 Prozent Bruttozins nötig, um nach Steuer ungefähr 2,7 Prozent zu erreichen. Gebühren, individuelle Inflation und andere Faktoren können das Ergebnis verändern.
Wann stehen die endgültigen Inflationszahlen fest?
Statistik Austria plant die Veröffentlichung der vollständigen Juli-Daten für den 19. August 2026.
Quellen und weiterführende Informationen
- Statistik Austria – Schnellschätzung zum Verbraucherpreisindex im Juli 2026
- Österreichisches Parlament – Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel
- Bundesministerium für Finanzen – Abgrenzung der begünstigten Lebensmittel
- Eurostat – Schnellschätzung zur Inflation im Euroraum im Juli 2026
Alle Angaben wurden mit Stand 31. Juli 2026 geprüft. Die Inflationsrate für Juli ist vorläufig. Die vollständigen Detaildaten werden voraussichtlich am 19. August 2026 veröffentlicht. Vergangene Preis- und Zinsentwicklungen erlauben keine verlässliche Vorhersage künftiger Werte.