Fremdwährungskredit – Vorteile, Kosten, Risiken

Als Fremdwährungskredit wird ein Darlehen bezeichnet, das in einer ausländischen Währung geführt wird. Auch die Tilgung für den Kredit erfolgt in dieser Währung. Die häufigsten Fremdwährungskredit werden in Schweizer Franken, japanischen Yen oder in US-Dollar aufgenommen. Bei der Kreditauszahlung wird der Kreditbetrag bzw. die Fremdwährung in Euro umgetauscht. Bei Kredit Tilgungen bzw. Rückzahlungen erfolgt der Wechsel von Euro in die fremde Währung. Der mögliche Vorteil der Fremdwährungskredite liegt darin, das man durch den Währungskurs von möglichen Zinsvorteilen profitieren kann.

Doch eben dieser Vorteil kann auch ein Risiko darstellen, u.a. wenn sich der Kurs wandelt.
Fremdwährungskredite sind in der Regel endfällig, was bedeutet, dass die gesamte Menge erst am Ende der Laufzeit zurückbezahlt wird. Regelmäßig erfolgen nur die Zinszahlungen. Nebenbei legt man sich meist einen sogenannten Tilgungsträger zu. Ein Tilgungsträger kann eine Lebensversicherung oder diverse Wertpapiere sein. Am Ende der Laufzeit kommt der Tilgungsträger für die Tilgung des Kredits auf. Jedoch ist nicht sicher, ob der Tilgungsträger genügt. Dies hängt natürlich von dessen Rendite ab.

Ein Fremdwährungskredit stellt eine Form der Währungsspekulation dar. Risiken, die damit verbunden sein können:

  • Zinsänderungsrisiko
  • Wechselkursrisiko
  • u.U. Tilgungsträgerrisiko

Es können auch höhere Kosten als bei einem Euro-Kredit eintreten:

  • Swap- und Absicherungskosten
  • Erhöhung der benötigten Sicherheiten
  • Zwangskonvertierung des Fremdwährungs- in einen Euro-Kredit zu ungünstigem Zeitpunkt

An dieser Stelle ein paar Hinweise bzw. Tipps für Fremdwährungskredite:

  • Wenn Sie einen Fremdwähgrungskredit aufnehmen möchten, denken Sie immer an die Risiken, die dieser mit sich bringen kann. Denn Wechselkurse, Zinsen und dergleichen können starken Schwankungen ausgesetzt sein.
  • Es ist wichtig, dass Sie sich den Kredit auch in Ihrer eigenen Währung leisten können.
  • Was in der Vergangenheit war, muss nicht zwangsweise auch in der Zukunft eintreten. D.h. wenn mit einem Kredit in einer bestimmten Währung ein Gewinn erzielt werden konnte, gilt dasselbe nicht unbedingt für weitere Kredite.
  • Ein Verständnis der Finanzprodukte, für die Sie sich interessieren, ist ebenfalls von höchster Wichtigkeit!

Fremdwährungskredite – Überblick & Ratgeber

In diesem Artikel geht es um das Thema Fremdwährungskredit. Um dieses Thema zu verstehen, sollte man zunächst einmal genau definieren, was ein Fremdwährungskredit überhaupt ist. Ein Fremdwährungskredit ist ein Kredit, welcher in einer Währung aufgenommen wurde, welche nicht die „Heimatwährung“ ist. Die Heimatwährung ist zum Beispiel in Deutschland und Österreich der Euro.

Gehen wir zum Beispiel davon aus, dass ein österreichischer Staatsbürger einen Kredit bei einer deutschen Bank aufnimmt. Er nimmt diesen Kredit in Deutschland auf, der Kredit ist mit Euro nominiert. Dies wäre kein Fremdwährungskredit, sondern ein Kredit bei einer ausländischen Bank.Ein Beispiel für einen Fremdwährungskredit wäre wenn der Österreicher einen in schweizer Franken nominierten Kredit aufnimmt. Dabei spielt es keine Rolle ob der Kredit bei einer deutschen, einer schweizer, oder einer beliebigen anderen Bank aufgenommen wurde.D as Einzige worauf es (hinsichtlich der Definition) ankommt, ist die Währung, in welcher der Kredit aufgenommen wurde.

Nun haben wir definiert was ein Fremdwährungskredit ist. Es stellt sich jetzt die Frage, was für einen Sinn hat es einen Kredit in einer fremden Währung aufzunehmen, wer braucht so etwas? Die Antwort auf diese Frage ergibt sich aus dem Sachverhalt, dass jede Nation (bzw. Währungsnation) den eigenen Zinssatz unabhängig und nach eigenem Belieben bestimmen kann. Die japanische Zentralbank kann zum Beispiel einen sehr niedrigen Zinssatz setzen, während beispielsweise in den USA ein sehr hoher Zinssatz steht. Der Zinssatz, den man als Privatanleger bekommt, wird indirekt von dem Hauptzinssatz der jeweiligen Zentralbank abgeleitet.

Welchen möglichen Vorteil bietet ein Fremdwährungskredit?

Genau diesen Sachverhalt kann man sich zunutze machen. Indem man einen Kredit in einer Währung aufnimmt, in welcher momentan niedrige Zinsen herrschen. Banken und andere professionelle Händler denken sogar noch einen Schritt weiter. Sie investieren das Geld, welches in einem Land mit niedrigen Zinsen aufgenommen wurde, in einem Land mit hohen Zinsen. Dies nennt man Zinsarbitrage, der Vorgang wird auch als Carry-Trade bezeichnet. Carry-Trades waren vor der Finanzkrise vor allem mit dem japanischen Yen beliebt, wegen der dortigen (relativ niedrigen) Zinsen.

Beispiel für einen Fremdwährungskredit

Um bei einem einfachen Beispiel eines Fremdwährungskredites zu bleiben: Nehmen wir folgendes fiktives Beispiel an: Eine Privatperson aus Österreich möchte ein Auto finanzieren, und benötigt hierzu einen Kredit über 30.000€.
Wir nehmen außerdem an, dass es keinerlei Währungsschwankungen zwischen dem schweizer Franken und dem Euro gibt. Weiterhin setzen wir folgende Zinssätze fest: Es ist möglich einen Kredit über 30.000€ bei einer österreichischen Bank zu einem Zinssatz von 10% aufzunehmen. Dies ist das beste Angebot. Das beste Angebot bei einer schweizer Bank hingegen ist ein Zinssatz von 1%.

Die Laufzeit des Kredits beträgt 5 Jahre. Bei der Bank aus Österreich muss die Privatperson also 30.000 * 0,1 pro Jahr zurückzahlen, also 3000€. Mal 5 Jahre, ergibt der gesamte Rückzahlungsbetrag 15.000 €

Bei der Bank aus der Schweiz hingegen beträgt die Rückzahlung pro Jahr 30.000 * 0,01 = 300€. Mal 5 Jahre, der gesamte Rückzahlungsbetrag ist 1500€.

15.000 – 1500€ = 13500€

Die Privatperson könnte sich also 13500€ sparen, indem sie den Kredit bei der schweizer Bank, anstatt bei der österreichischen Bank aufnimmt. Es handelt sich bei diesem Rechenbeispiel wie gesagt nur um ein fiktives Beispiel. Sehr wichtige Faktoren wie Währungsschwankungen, Inflation, Tilgunsraten (Rückzahlungsraten) bleiben unberücksichtigt. Es geht bei dem Beispiel nur darum, den Sinn eines Fremdwährungskredites darzustellen.

Nun haben wir einen umfassenden theoretischen Überblick über den Fremdwährungskredit erhalten. Wie sieht nun der Fremdwährungskredit in der Realität aus?

Tatsächlich wurde eine dem obigen Beispiel ähnliche Konstellation von vielen Privatpersonen aus Polen genutzt. Dies war zeitlich gesehen vor der Finanzkrise. Zu diesem Zeitpunkt herrschten in Polen hohe Zinsen, während es in der Schweiz relativ niedrige Zinsen gab. Demzufolge verschuldeten sich viele Polen in schweizer Franken, um damit günstig ihre Immobilie zu finanzieren.

Das größte Risiko bei dieser Konstellation (wie auch bei jedem anderen Fremdwährungskredit) ist das Währungsrisiko. Die Gefahr hierbei ist dass die Währung ungünstig (aus der Sicht des Kreditnehmers) schwankt. Dies könnte dazu führen, dass der Kreditnehmer mehr Geld zurückzahlen muss, als er bekommen hat. Auf der anderen Seite ist es auch denkbar, dass der Kreditnehmen weniger Geld zurückzahlen muss, als er bekommen hat.
Währungsschwankungen sind generell unmöglich, bzw. nur extrem schwer und unsicher vorauszusagen. Dies macht die Währungsschwankung zu dem größten Problem eines Fremdwährungskredites.

Von diesem generellen Problem abgesehen, liegt der Markt für Fremdwährungskredite momentan am Boden. Dies hat mehrere Gründe. Ein wichtiger Grund ist, dass es für viele Menschen in Zeiten der Finanzkrise auf keinen Fall in Frage kommt sich neu zu verschulden. Selbst für Leute, welche generell Interesse haben einen Kredit aufzunehmen, ist der Markt für Fremdwährungskredite sehr unattraktiv.

Der Grund dafür ist sehr simpel, die Zinssätze der wichtigsten Währungs- (und damit auch Kredit-) märkte sind auf einem extrem ähnlichen Niveau. Konkret lauten die Zinssätze aktuell: Federal Funds Rate (USA): 0 – 0,25% ; EZB-Hauptrefinanzierungssatz (Euroraum): 1,00% ; Schweizerische Nationalbank 3-Monats-Libor (Schweiz): 0, – 0,75% ; Bank of Japan – Diskontsatz (Japan): 0,3 % ; Bank of England – Repo Rate (England): 0,5%

Da die Zinssätze momentan derart ähnlich sind, bedeutet dies für den Endverbraucher häufig nur Unterschiede des Zinssatzes im Promille-Bereich. Da dass Währungsrisiko natürlich immer vorhanden ist, rechtfertigt nur ein sehr hoher Betrag das Risiko. Ein reales, tatsächliches Angebot einer Webseite lautet:

  • Fremdwährungsdarlehen ab 1,36% in CHF
  • Fremdwährungsdarlehen ab 1,30% in JPY
  • Fremdwährungsdarlehen ab 1,68% in USD
  • Geldmarktdarlehen ab 1,86% in EURO

Unter den derzeitigen Umständen besitzen Fremdwährungskredite also gar keine, bzw. nur eine sehr geringe Attraktivität für Privatpersonen.

Yen-Kredit im Überblick

Der Yen Kredit ist ein Fremdwährungskredit, der auf japanische Yen lautet. Während der Yenkredit früher von einigen Banken gerne als günstiges Angebot beworben. Vor dem Abschluss für einen Yen Kredit sollte man sich jedoch genau über die möglichen Risiken für einen Fremdwährungskredit informieren.

Mögliche Vorteile bei einem Kredit in Yen
Ein möglicher Vorteil bei einer Fremdwährungsfinanzierung, zum Beispiel durch einen Yen Kredit, sind günstigere Kreditzinsen aufgrund der Währung bzw. andereren Marktverhältnissen. Auch kann der Yen gegenüber dem Euro fallen, was weitere Zinsvorteile geben kann.

Neben den möglichen Vorteil gibt es natürlich auch ein Risiko, das es zu beachten gilt. Das Währungsrisiko kann natürlich auch nach oben hin steigen, auch das Wechselkursrisiko ist zu beachten.

Neben den Gebühren ist auch auf ein effektives Devisenmanagement zu achten, da dies das Risiko bei einem Fremdwährungskredit reduzieren kann. Hierfür ist es jedoch zu beachten, das die Gebühren für Devisenmanagement nicht zu hoch sind, so das sich die Rendite bzw. der effektive Zinssatz beim Yen Kredit oder anderen Fremdwährungskrediten nicht über dem eines vergleichbaren Euro-Kredites bewegt.

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