Kinderbeihilfe in Österreich 2026: Höhe, Anspruch, Auszahlung & Änderungen

Die Kinderbeihilfe heißt in Österreich offiziell Familienbeihilfe und ist eine der wichtigsten finanziellen Unterstützungen für Familien. Sie hilft bei laufenden Kosten für Kinder, Schule, Ausbildung, Studium, Kleidung, Wohnen, Mobilität und Alltag. 2026 sind vor allem die aktuellen Beträge, die Geschwisterstaffel, der Kinderabsetzbetrag, das Schulstartgeld, die Zuverdienstgrenze und die Regeln für Studierende wichtig.

Für Familien ist besonders positiv: Die Familienbeihilfe wird monatlich ausgezahlt, der Kinderabsetzbetrag kommt automatisch dazu und für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren wird im August zusätzlich das Schulstartgeld überwiesen. Wer mehrere Kinder hat, profitiert außerdem von der Geschwisterstaffel. Für Kinder mit erheblicher Behinderung gibt es zusätzlich die erhöhte Familienbeihilfe.

Wichtig ist aber auch: Die Begriffe werden oft verwechselt. Kinderbeihilfe wird im Alltag häufig gesagt, rechtlich geht es meist um die Familienbeihilfe. Das Kinderbetreuungsgeld ist eine andere Leistung und betrifft vor allem die Betreuung nach der Geburt. Wer Studierende, volljährige Kinder, mehrere Kinder oder Zuverdienst im Blick hat, sollte die Regeln besonders genau prüfen.

Kinderbeihilfe oder Familienbeihilfe: Was ist gemeint?

Wenn in Österreich von Kinderbeihilfe gesprochen wird, ist meistens die Familienbeihilfe gemeint. Sie wird grundsätzlich für Kinder gewährt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Anspruchsberechtigt sind in der Regel die Eltern, deren Lebensmittelpunkt in Österreich liegt und deren Kind mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebt oder für das sie überwiegend Unterhalt leisten.

Die Familienbeihilfe steht unabhängig vom Einkommen der Eltern zu. Entscheidend sind daher nicht Gehalt oder Vermögen der Eltern, sondern vor allem Haushalt, Lebensmittelpunkt, Alter des Kindes, Ausbildung und bei volljährigen Kindern zusätzliche Voraussetzungen.

Begriff Praktische Bedeutung
Kinderbeihilfe Umgangssprachlicher Begriff, meist ist die Familienbeihilfe gemeint.
Familienbeihilfe Offizielle monatliche Familienleistung für Kinder in Österreich.
Kinderabsetzbetrag Wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe automatisch ausbezahlt.
Kinderbetreuungsgeld Eigene Leistung für Betreuung nach Geburt, nicht dasselbe wie Familienbeihilfe.
Familienbonus Plus Steuerabsetzbetrag, wenn Familienbeihilfe bezogen wird.

Familienbeihilfe 2026: Die aktuellen Beträge nach Alter

Die Höhe der Familienbeihilfe hängt 2026 vom Alter des Kindes ab. Je älter das Kind ist, desto höher ist der monatliche Grundbetrag. Zusätzlich können Geschwisterstaffel, Kinderabsetzbetrag, Schulstartgeld, Mehrkindzuschlag oder erhöhte Familienbeihilfe relevant sein.

Alter des Kindes Familienbeihilfe 2026 pro Monat Mit Kinderabsetzbetrag 2026
ab Geburt 138,40 Euro 209,30 Euro
ab 3 Jahren 148,00 Euro 218,90 Euro
ab 10 Jahren 171,80 Euro 242,70 Euro
ab 19 Jahren 200,40 Euro 271,30 Euro

Der Kinderabsetzbetrag beträgt 2026 monatlich 70,90 Euro pro Kind. Er muss nicht gesondert beantragt werden, sondern wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt.

Geschwisterstaffel 2026: Mehr Familienbeihilfe bei mehreren Kindern

Wenn für mehrere Kinder Familienbeihilfe bezogen wird, erhöht sich der monatliche Gesamtbetrag durch die Geschwisterstaffel. Der Zuschlag wird pro Kind gewährt und steigt mit der Anzahl der Kinder.

Anzahl der Kinder mit Familienbeihilfe Zuschlag 2026 pro Kind und Monat
2 Kinder 8,60 Euro pro Kind
3 Kinder 21,10 Euro pro Kind
4 Kinder 32,10 Euro pro Kind
5 Kinder 38,90 Euro pro Kind
6 Kinder 43,40 Euro pro Kind
7 und mehr Kinder 63,10 Euro pro Kind

Die Geschwisterstaffel ist besonders wichtig, weil viele Familien nur den Grundbetrag pro Kind sehen. Der tatsächlich überwiesene Betrag kann durch Geschwisterstaffel und Kinderabsetzbetrag deutlich höher sein.

Beispiele: Wie viel Kinderbeihilfe bekommt man 2026?

Die folgenden Beispiele zeigen, wie sich Familienbeihilfe, Geschwisterstaffel und Kinderabsetzbetrag praktisch auswirken. Die Beispiele dienen als Orientierung; bei besonderen Situationen, Auslandsbezug, Behinderung oder volljährigen Kindern sollten die Voraussetzungen einzeln geprüft werden.

Familiensituation Familienbeihilfe inkl. Geschwisterstaffel Kinderabsetzbetrag Gesamt pro Monat
1 Kind, unter 3 Jahre 138,40 Euro 70,90 Euro 209,30 Euro
1 Kind, ab 10 Jahren 171,80 Euro 70,90 Euro 242,70 Euro
2 Kinder, beide unter 3 Jahre 294,00 Euro 141,80 Euro 435,80 Euro
2 Kinder, 2 und 5 Jahre 303,60 Euro 141,80 Euro 445,40 Euro
3 Kinder, unter 3, ab 3 und ab 10 Jahren 521,50 Euro 212,70 Euro 734,20 Euro
1 volljähriges Kind ab 19 Jahren mit Anspruch 200,40 Euro 70,90 Euro 271,30 Euro

Bei Kindern mit erheblicher Behinderung kann zusätzlich die erhöhte Familienbeihilfe von 189,20 Euro monatlich dazukommen. Dann steigt der Gesamtbetrag entsprechend.

Schulstartgeld 2026: Automatische Auszahlung im August

Im August wird zusätzlich zur Familienbeihilfe das Schulstartgeld ausgezahlt. 2026 beträgt es 121,40 Euro für jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren. Ein eigener Antrag ist nicht nötig. Die Auszahlung erfolgt gemeinsam mit der Familienbeihilfe für August.

Leistung Betrag 2026 Wichtig
Schulstartgeld 121,40 Euro Für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren, Auszahlung im August.
Antrag nicht nötig Wird automatisch mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.
Praktischer Nutzen Schulbeginn Hilft bei Schulsachen, Kleidung, Ausrüstung und Startkosten.

Für 2026 betrifft das Schulstartgeld jene Kinder, die in den passenden Geburtsjahrgängen liegen. Wenn Sie für Ihr Kind Familienbeihilfe beziehen und das Kind altersmäßig hineinpasst, sollte die Zahlung automatisch erfolgen.

Erhöhte Familienbeihilfe bei erheblicher Behinderung

Für ein erheblich behindertes Kind gibt es zusätzlich zur allgemeinen Familienbeihilfe einen Zuschlag. Dieser beträgt 2026 monatlich 189,20 Euro. Die erhöhte Familienbeihilfe wird zusätzlich zur normalen Familienbeihilfe und zusätzlich zum Kinderabsetzbetrag berücksichtigt.

Leistung Betrag 2026 Hinweis
Erhöhte Familienbeihilfe 189,20 Euro monatlich Zusätzlich zur allgemeinen Familienbeihilfe.
Rückwirkende Zuerkennung bis zu fünf Jahre möglich Abhängig vom Antrag und den Voraussetzungen.
Prüfung medizinische bzw. behördliche Beurteilung Die erhebliche Behinderung muss nachgewiesen werden.

Gerade bei Behinderung, dauernder Erwerbsunfähigkeit oder längerer Ausbildung lohnt sich eine genaue Prüfung, weil Altersgrenzen und Anspruchsvoraussetzungen abweichen können.

Mehrkindzuschlag 2026: Zusätzliche Unterstützung ab dem dritten Kind

Familien mit mindestens drei Kindern können zusätzlich zur Familienbeihilfe Anspruch auf den Mehrkindzuschlag haben. 2026 beträgt dieser 24,40 Euro monatlich für das dritte und jedes weitere Kind. Wichtig: Der Mehrkindzuschlag wird nicht automatisch mit der Familienbeihilfe ausbezahlt, sondern muss gesondert geltend gemacht werden.

Mehrkindzuschlag 2026 Regel
Betrag 24,40 Euro monatlich für das dritte und jedes weitere Kind.
Voraussetzung Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder.
Einkommensgrenze 55.000 Euro zu versteuerndes Familieneinkommen im Vorjahr.
Beantragung Im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommensteuererklärung.
Rückwirkung Bis zu fünf Jahre ab dem Monat der Antragstellung möglich.

Wenn Sie drei oder mehr Kinder haben, ist der Mehrkindzuschlag ein wichtiger zusätzlicher Punkt. Besonders Familien mit mehreren Kindern sollten ihn jedes Jahr aktiv prüfen.

Wann kommt die Kinderbeihilfe aufs Konto?

Die Familienbeihilfe wird monatlich überwiesen. Die Gutschrift am Girokonto erfolgt bei Überweisungen innerhalb des SEPA-Raumes spätestens am 8. des Monats. Das ist für die Haushaltsplanung hilfreich, weil viele regelmäßige Ausgaben wie Miete, Strom, Schule, Mobilität oder Betreuung ebenfalls monatlich anfallen.

Wenn die Familienbeihilfe nicht wie erwartet ankommt, sollten Sie zuerst Konto, IBAN, Bankwechsel, Anspruchsbescheid, offene Nachweise und FinanzOnline prüfen. Bei einem Kontowechsel sollten Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag und andere regelmäßige Zahlungen besonders sorgfältig kontrolliert werden. Passend dazu finden Sie in Passend dazu finden unserem Beitrag zum Girokonto Vergleich Österreich Hinweise zu Kontoeröffnung, Kontowechsel und Zahlungseingängen.

Wer hat Anspruch auf Familienbeihilfe?

Anspruch auf Familienbeihilfe haben grundsätzlich Eltern für ihre Kinder, wenn der Lebensmittelpunkt in Österreich liegt und das Kind im gemeinsamen Haushalt lebt. Wenn das Kind mit keinem Elternteil im Haushalt lebt, kann Anspruch bestehen, wenn überwiegend Unterhalt geleistet wird.

Anspruchspunkt Was bedeutet das praktisch?
Lebensmittelpunkt in Österreich Der Mittelpunkt der Lebensinteressen muss in Österreich liegen.
Gemeinsamer Haushalt Im Normalfall lebt das Kind mit dem anspruchsberechtigten Elternteil zusammen.
Überwiegender Unterhalt Relevant, wenn das Kind nicht im Haushalt eines Elternteils lebt.
Ständiger Aufenthalt des Kindes Grundsätzlich besteht Anspruch für Kinder, die sich ständig in Österreich aufhalten.
Elterneinkommen Die Familienbeihilfe gebührt unabhängig von Beschäftigung oder Einkommen der Eltern.

Im gemeinsamen Haushalt steht der Anspruch grundsätzlich dem haushaltsführenden Elternteil zu. Gesetzlich wird vermutet, dass dies die Mutter ist. Ein Verzicht zugunsten des anderen Elternteils ist möglich, muss aber formal korrekt erfolgen.

Familienbeihilfe beantragen: Antrag, FinanzOnline und Rückwirkung

Bei Geburt eines Kindes in Österreich gibt es seit 2015 die antraglose Familienbeihilfe. Die Daten werden über das Standesamt und die Finanzverwaltung verarbeitet. Wenn alle Voraussetzungen klar sind, kann die Auszahlung automatisch erfolgen.

In anderen Fällen ist ein Antrag beim Finanzamt Österreich nötig. Das gilt etwa bei Zuzug, unklaren Haushaltsverhältnissen, volljährigen Kindern, Studium, Direktauszahlung, Auslandsbezug oder wenn Nachweise fehlen.

Situation Was tun?
Geburt in Österreich Oft antraglose Familienbeihilfe möglich.
Kein automatischer Bescheid Antrag beim Finanzamt Österreich stellen.
Studium oder Ausbildung Nachweise zu Ausbildung, Studium und Studienerfolg bereithalten.
Direktauszahlung an volljähriges Kind Antrag möglich, Zustimmung des anspruchsberechtigten Elternteils nötig.
Rückwirkender Antrag Familienbeihilfe kann rückwirkend bis zu fünf Jahre beantragt werden.

Wenn Sie FinanzOnline nutzen und Zugangsdaten fehlen, hilft unser Beitrag FinanzOnline Zugangsdaten vergessen – was tun? als praktische Ergänzung.

Familienbeihilfe bis wann? Altersgrenzen 2026

Für minderjährige Kinder ist der Anspruch grundsätzlich einfacher. Bei volljährigen Kindern wird genauer geprüft, ob eine Berufsausbildung, ein Studium oder ein anderer gesetzlicher Anspruchsgrund vorliegt.

Alter / Situation Regel
Bis 18 Jahre Grundsätzlich Anspruch, wenn die allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind.
Ab 18 Jahre Anspruch meist nur bei Berufsausbildung, Studium oder besonderen Gründen.
Bis 24 Jahre Grundsätzliche Altersgrenze bei Ausbildung oder Studium.
Bis 25 Jahre In Ausnahmefällen möglich, etwa bei Präsenz-/Zivildienst, Schwangerschaft/Geburt oder erheblicher Behinderung.
Nach Schulabschluss Bei volljährigen Kindern kann für vier Monate nach Abschluss der Schulausbildung Anspruch bestehen.
Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst Während dieser Dienste besteht grundsätzlich kein Anspruch.
Dauernde Erwerbsunfähigkeit Bei Eintritt der Behinderung vor den gesetzlichen Altersgrenzen kann Anspruch ohne fixe Altersgrenze bestehen.

Bei volljährigen Kindern sollten Sie Änderungen immer rasch prüfen: Studienabbruch, Studienwechsel, Ende der Lehre, Auslandsaufenthalt, Zivildienst, Präsenzdienst, Erwerbstätigkeit und Überschreiten der Zuverdienstgrenze können den Anspruch beeinflussen.

Familienbeihilfe für Studierende 2026

Studierende können grundsätzlich Familienbeihilfe beziehen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Das ist besonders wichtig, weil die Familienbeihilfe für viele Studierende einen wichtigen Teil der Finanzierung von Wohnen, Mobilität, Studienkosten und Lebenshaltung darstellt.

Die allgemeine Altersgrenze liegt grundsätzlich bei 24 Jahren. In bestimmten Fällen kann der Anspruch bis 25 bestehen. Dazu zählen unter anderem Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienst, Schwangerschaft bzw. Geburt, erhebliche Behinderung oder bestimmte längere Studien mit entsprechender Mindeststudiendauer.

Studium Worauf achten?
Ordentliches Studium Die Aufnahme als ordentliche:r Studierende:r ist im Regelfall wichtig.
Studienerfolg Nach dem ersten Studienjahr ist ein Studienerfolgsnachweis nötig.
16 ECTS / 8 Wochenstunden Typischer Nachweis nach dem ersten Studienjahr; alternativ können STEOP-Regeln relevant sein.
Toleranzsemester Die zulässige Studiendauer richtet sich nach gesetzlicher Studiendauer plus Toleranzregeln.
Studienwechsel Kann den Anspruch beeinflussen und sollte vorab geprüft werden.
Zuverdienst Ab dem Kalenderjahr, in dem das Kind 20 wird, gilt die Zuverdienstgrenze.

Bei Studierenden ist gute Planung besonders wertvoll. Prüfen Sie jedes Semester Inskription, Studienfortschritt, ECTS, Studienwechsel und Zuverdienst. So vermeiden Sie Rückforderungen und können rechtzeitig reagieren.

Zuverdienstgrenze 2026: Wie viel darf ein Kind dazuverdienen?

Für volljährige Kinder und Studierende ist die Zuverdienstgrenze ein zentraler Punkt. Seit 1. Jänner 2025 dürfen höchstens 17.212 Euro brutto an zu versteuerndem Einkommen pro Kalenderjahr dazuverdient werden. Diese Grenze gilt sowohl für Arbeitnehmer:innen als auch für Selbstständige.

Zuverdienst 2026 Regel
Grenze 17.212 Euro brutto an zu versteuerndem Einkommen pro Kalenderjahr.
Ab welchem Alter? Das Einkommen bleibt bis zu jenem Kalenderjahr außer Betracht, in dem das Kind 19 Jahre alt wird.
Ab Kalenderjahr des 20. Geburtstags Eigene Einkünfte dürfen die Grenze nicht überschreiten.
Arbeitnehmer:innen Relevant ist der jährliche Bruttobezug ohne 13. und 14. Gehalt.
Selbstständige Maßgeblich ist das Einkommen laut Einkommensteuerbescheid.
Bei Überschreitung Zurückzuzahlen ist jener Betrag, um den die Grenze überschritten wurde.

Das ist eine wichtige Korrektur zu vielen alten Informationen: Es muss nicht automatisch die gesamte Familienbeihilfe für das ganze Jahr zurückgezahlt werden. Wird die Zuverdienstgrenze überschritten, ist grundsätzlich der übersteigende Betrag zurückzuzahlen. Trotzdem sollten Studierende und Familien den Zuverdienst konservativ planen, weil Rückforderungen unangenehm und zeitverzögert kommen können.

Was zählt nicht zur Zuverdienstgrenze?

Nicht jede Zahlung wird gleich behandelt. Bei der Berechnung der Zuverdienstgrenze werden bestimmte Beträge nicht eingerechnet. Das ist besonders für Ferialjobs, Nebenjobs, Selbstständigkeit, Praktika und Studienfinanzierung wichtig.

  • 13. und 14. Gehalt: Bei Arbeitnehmer:innen wird der jährliche Bruttobezug ohne 13. und 14. Gehalt herangezogen.
  • Lehrlingsentschädigung: Sie wird für diese Grenze nicht eingerechnet.
  • Waisenpension und Waisenversorgungsgenüsse: Diese erhöhen das relevante Einkommen nicht.
  • Steuerfreie Bezüge: Beispiele sind Sozialhilfe, Pflegegeld, Studienbeihilfe, Arbeitslosengeld oder Kinderbetreuungsgeld.
  • Sozialversicherungsbeiträge: Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung werden nicht eingerechnet.
  • Pendlerpauschale und Werbungskosten: Diese können die Berechnung beeinflussen.
  • Außergewöhnliche Belastungen: Etwa bei Krankheit oder Behinderung können sie relevant sein.

Bei Unsicherheit ist eine Prüfung über FinanzOnline, das Finanzamt oder eine Beratungsstelle sinnvoll. Das gilt besonders, wenn neben dem Studium mehrere Jobs, selbstständige Einnahmen oder längere Beschäftigungszeiten zusammenkommen.

Kinderabsetzbetrag 2026: Automatisch mit der Familienbeihilfe

Der Kinderabsetzbetrag beträgt 2026 monatlich 70,90 Euro pro Kind. Er wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt und muss nicht gesondert beantragt werden. Auch wenn keine oder nur geringe Steuerleistung vorliegt, wird der Kinderabsetzbetrag ausbezahlt.

Kinderabsetzbetrag Regel 2026
Betrag 70,90 Euro pro Kind und Monat.
Antrag Kein eigener Antrag nötig.
Auszahlung Gemeinsam mit der Familienbeihilfe.
Empfänger:in Jener Elternteil, der auch die Familienbeihilfe bezieht.
Kinder im Drittstaat Für Kinder, die sich ständig im Ausland außerhalb der begünstigten Räume aufhalten, gelten Einschränkungen.

Familienbonus Plus 2026: Steuerlich zusätzlich prüfen

Der Familienbonus Plus ist keine Kinderbeihilfe und wird nicht automatisch mit der Familienbeihilfe ausbezahlt. Er ist ein Steuerabsetzbetrag und reduziert die Einkommensteuer. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass für das Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Familienbonus Plus 2026 Betrag
Bis zum 18. Geburtstag 166,68 Euro monatlich bzw. 2.000 Euro jährlich pro Kind.
Nach dem 18. Geburtstag 58,34 Euro monatlich bzw. 700 Euro jährlich, wenn weiterhin Familienbeihilfe bezogen wird.
Wirkung Reduziert die Einkommensteuer höchstens auf null.
Beantragung Über Arbeitgeber oder Arbeitnehmerveranlagung.

Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zum Familienbonus Plus in Österreich. Gerade bei getrennten Eltern, Unterhaltszahlungen oder volljährigen Kindern sollte die Aufteilung genau geprüft werden.

Kinderbetreuungsgeld ist nicht Kinderbeihilfe

Der alte Begriff „Kindergeld“ führt oft zu Verwirrung. Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld sind zwei verschiedene Leistungen. Die Familienbeihilfe unterstützt Familien laufend für Kinder. Das Kinderbetreuungsgeld betrifft die Betreuung nach der Geburt und wird über den zuständigen Krankenversicherungsträger abgewickelt.

Leistung Wichtig 2026
Familienbeihilfe Monatliche Familienleistung, abhängig von Alter, Anspruch, Geschwisterstaffel und weiteren Zuschlägen.
Kinderbetreuungsgeld-Konto 17,65 bis 41,14 Euro täglich, abhängig vom gewählten Zeitraum.
Bezugsdauer KBG-Konto, ein Elternteil 365 bis 851 Tage ab Geburt.
Bezugsdauer KBG-Konto, beide Elternteile 456 bis 1.063 Tage ab Geburt.
Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld 80 Prozent der Letzteinkünfte, maximal 80,12 Euro täglich.
Bezugsdauer einkommensabhängig Bis 365 Tage bei einem Elternteil, bis 426 Tage bei beiden Elternteilen.

Das Kinderbetreuungsgeld kann frühestens ab Geburt beantragt werden. Während Wochengeldbezug oder vergleichbarer Leistungen kann es ruhen. Wer zwischen KBG-Konto und einkommensabhängigem Kinderbetreuungsgeld wählt, sollte Zuverdienst, Erwerbstätigkeit, Aufteilung zwischen Elternteilen und Krankenversicherung genau prüfen.

Kinderbeihilfe-Rechner: Wann ein Rechner sinnvoll ist

Für einfache Fälle lässt sich die Familienbeihilfe 2026 mit den Tabellen gut überschlagen. Bei mehreren Kindern, unterschiedlichen Altersstufen, erhöhter Familienbeihilfe oder Schulstartgeld ist ein offizieller Rechner hilfreich. Nutzen Sie dafür bevorzugt den Familienbeihilferechner des Bundeskanzleramts bzw. die offiziellen Informationen auf oesterreich.gv.at.

Wichtig: Ein Rechner ersetzt nicht die Anspruchsprüfung. Besonders bei Studierenden, Auslandsbezug, Behinderung, getrennten Eltern, Direktauszahlung oder Zuverdienst sollten die Voraussetzungen zusätzlich geprüft werden.

Typische Fehler bei Kinderbeihilfe und Familienbeihilfe

  • Alte Beträge verwenden: Viele alte Artikel nennen noch Beträge aus 2014, 2017 oder 2020. Für 2026 gelten neue Werte.
  • Kinderabsetzbetrag vergessen: Die tatsächliche monatliche Zahlung ist höher als der reine Familienbeihilfe-Grundbetrag.
  • Geschwisterstaffel übersehen: Bei mehreren Kindern steigt der Betrag pro Kind.
  • Schulstartgeld nicht einplanen: Im August kommt für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren ein zusätzlicher Betrag.
  • Zuverdienstgrenze falsch verstehen: Bei volljährigen Kindern gilt die Grenze erst ab dem relevanten Kalenderjahr.
  • Studienerfolg nicht nachweisen: Fehlende ECTS oder Inskriptionsnachweise können den Anspruch gefährden.
  • Kinderbetreuungsgeld verwechseln: Kinderbetreuungsgeld ist eine andere Leistung als Familienbeihilfe.
  • Mehrkindzuschlag nicht beantragen: Er wird nicht automatisch mit der Familienbeihilfe ausbezahlt.
  • Änderungen nicht melden: Studienabbruch, Ende der Ausbildung, Auslandsaufenthalt oder relevante Einkünfte können Rückforderungen auslösen.
  • Nur auf Foren vertrauen: Bei Familienleistungen sollten offizielle Quellen und Bescheide Vorrang haben.

Praktische Checkliste für Familien 2026

Prüfung Warum wichtig?
Aktuelle Altersstufe jedes Kindes prüfen Mit 3, 10 und 19 Jahren ändert sich die Höhe.
Kinderabsetzbetrag dazurechnen 2026 kommen 70,90 Euro pro Kind monatlich dazu.
Geschwisterstaffel berücksichtigen Mehrere Kinder erhöhen den Betrag pro Kind.
Schulstartgeld im August einplanen 121,40 Euro pro Kind zwischen 6 und 15 Jahren.
Mehrkindzuschlag prüfen Ab drei Kindern kann ein zusätzlicher Antrag sinnvoll sein.
Studierende genau kontrollieren Alter, Ausbildung, ECTS, Studienwechsel und Zuverdienst beachten.
Zuverdienst dokumentieren Bei volljährigen Kindern Rückforderungen vermeiden.
Direktauszahlung bewusst entscheiden Volljährige Kinder können Auszahlung auf eigenes Girokonto beantragen, mit Zustimmung.
FinanzOnline-Zugang sichern Anträge, Bescheide und Nachweise besser im Blick behalten.
Kinderbetreuungsgeld getrennt prüfen Andere Leistung, andere Stelle, andere Zuverdienstregeln.

Bestehende Altinformationen richtig einordnen

Viele alte Informationen zur Kinderbeihilfe sind heute nicht mehr verwendbar. Das betrifft vor allem alte Beträge, die frühere Auszahlungspraxis, alte Zuverdienstgrenzen, veraltete Kinderbetreuungsgeld-Varianten und alte Behördenlinks. Für 2026 sollten Sie sich nicht mehr an Tabellen aus 2014, 2017 oder 2020 orientieren.

Auch der ältere Beitrag Familienbeihilfe-Rechner – aktuelle Kinderbeihilfe Höhe 2020 ist inhaltlich veraltet und sollte nur noch als historischer Altbeitrag verstanden werden. Für aktuelle Entscheidungen sind die hier genannten 2026-Werte und die offiziellen Quellen maßgeblich.

Fazit: Kinderbeihilfe 2026 bringt Familien planbare Unterstützung

Die Familienbeihilfe bleibt auch 2026 eine wichtige monatliche Unterstützung für Familien in Österreich. Besonders hilfreich sind die klare Altersstaffel, der automatische Kinderabsetzbetrag, die Geschwisterstaffel, das Schulstartgeld im August und zusätzliche Leistungen wie erhöhte Familienbeihilfe oder Mehrkindzuschlag.

Die beste Vorgehensweise ist einfach: Alter jedes Kindes prüfen, Geschwisterstaffel dazurechnen, Kinderabsetzbetrag nicht vergessen, Zuverdienst bei volljährigen Kindern kontrollieren und bei Studierenden rechtzeitig Nachweise sichern. So lässt sich die Familienbeihilfe gut planen und das Risiko späterer Rückforderungen deutlich reduzieren.

FAQ zur Kinderbeihilfe in Österreich 2026

Wie hoch ist die Kinderbeihilfe in Österreich 2026?

Die Familienbeihilfe beträgt 2026 monatlich 138,40 Euro ab Geburt, 148 Euro ab 3 Jahren, 171,80 Euro ab 10 Jahren und 200,40 Euro ab 19 Jahren. Zusätzlich wird der Kinderabsetzbetrag von 70,90 Euro pro Kind und Monat ausbezahlt.

Ist Kinderbeihilfe dasselbe wie Familienbeihilfe?

Im Alltag wird oft Kinderbeihilfe gesagt. Offiziell heißt die Leistung Familienbeihilfe. Sie ist von Kinderbetreuungsgeld, Familienbonus Plus und Mehrkindzuschlag zu unterscheiden.

Wann wird die Kinderbeihilfe ausgezahlt?

Die Familienbeihilfe wird monatlich ausbezahlt. Bei Überweisung auf ein Girokonto innerhalb des SEPA-Raumes erfolgt die Gutschrift spätestens am 8. des Monats.

Wie hoch ist der Kinderabsetzbetrag 2026?

Der Kinderabsetzbetrag beträgt 2026 monatlich 70,90 Euro pro Kind. Er wird gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausbezahlt und muss nicht gesondert beantragt werden.

Wie viel Familienbeihilfe gibt es bei zwei Kindern?

Bei zwei Kindern wird die Familienbeihilfe 2026 um 8,60 Euro pro Kind erhöht. Zusätzlich gibt es pro Kind 70,90 Euro Kinderabsetzbetrag. Die genaue Höhe hängt vom Alter der Kinder ab.

Was ist die Geschwisterstaffel?

Die Geschwisterstaffel erhöht die Familienbeihilfe pro Kind, wenn für mehrere Kinder Familienbeihilfe bezogen wird. 2026 beträgt der Zuschlag bei zwei Kindern 8,60 Euro pro Kind und steigt mit der Kinderanzahl.

Wer bekommt Schulstartgeld 2026?

Das Schulstartgeld beträgt 2026 121,40 Euro und wird im August für jedes Kind zwischen 6 und 15 Jahren automatisch gemeinsam mit der Familienbeihilfe ausgezahlt.

Bis wann bekommt man Familienbeihilfe?

Grundsätzlich gibt es Familienbeihilfe bis zum 18. Geburtstag. Danach besteht Anspruch meist nur bei Ausbildung oder Studium, grundsätzlich bis zum 24. Geburtstag. In Ausnahmefällen kann der Anspruch bis 25 oder bei dauernder Erwerbsunfähigkeit ohne fixe Altersgrenze bestehen.

Wie viel darf ein Student 2026 dazuverdienen?

Seit 2025 gilt eine Zuverdienstgrenze von 17.212 Euro brutto an zu versteuerndem Einkommen pro Kalenderjahr. Diese Grenze ist ab dem Kalenderjahr relevant, in dem das Kind 20 Jahre alt wird.

Was passiert, wenn die Zuverdienstgrenze überschritten wird?

Wird die Grenze überschritten, ist grundsätzlich jener Betrag zurückzuzahlen, um den die Zuverdienstgrenze überschritten wurde. Ein neuer Antrag kann nötig sein, wenn im Folgejahr wieder Anspruch besteht.

Können Studierende Familienbeihilfe bekommen?

Ja, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Wichtig sind Alter, ordentliches Studium, Studienfortschritt, Studienerfolgsnachweis, zulässige Studiendauer und Zuverdienstgrenze.

Was ist erhöhte Familienbeihilfe?

Die erhöhte Familienbeihilfe ist ein zusätzlicher Betrag für erheblich behinderte Kinder. 2026 beträgt dieser Zuschlag 189,20 Euro monatlich.

Was ist der Mehrkindzuschlag?

Der Mehrkindzuschlag beträgt 2026 24,40 Euro monatlich für das dritte und jedes weitere Kind. Voraussetzung ist unter anderem Familienbeihilfe für mindestens drei Kinder und ein zu versteuerndes Familieneinkommen unter 55.000 Euro im Vorjahr.

Kann die Familienbeihilfe direkt an das volljährige Kind ausgezahlt werden?

Ja, volljährige Kinder können eine Direktauszahlung auf das eigene Girokonto beantragen. Dafür braucht es die Zustimmung des anspruchsberechtigten Elternteils.

Ist Kinderbetreuungsgeld dasselbe wie Kinderbeihilfe?

Nein. Kinderbetreuungsgeld ist eine eigene Leistung für die Betreuung nach der Geburt. Die Familienbeihilfe ist eine laufende Familienleistung für Kinder und Ausbildung.

Muss Familienbeihilfe beantragt werden?

Bei Geburt eines Kindes in Österreich kann die Familienbeihilfe oft antraglos erfolgen. In vielen anderen Fällen, etwa bei Studium, Zuzug, Auslandsbezug oder unklaren Nachweisen, ist ein Antrag beim Finanzamt Österreich nötig.

Kann Familienbeihilfe rückwirkend beantragt werden?

Ja, Familienbeihilfe kann rückwirkend beantragt werden, grundsätzlich bis zu fünf Jahre ab dem Monat der Antragstellung.

Wo findet man einen Familienbeihilfe-Rechner?

Für Berechnungen ist der offizielle Familienbeihilferechner des Bundeskanzleramts sinnvoll. Bei komplexen Fällen ersetzt ein Rechner aber nicht die Anspruchsprüfung durch Finanzamt oder Beratung.

Hinweis: Familienbeihilfe, Kinderabsetzbetrag, Zuverdienstgrenzen, Schulstartgeld, Mehrkindzuschlag und Kinderbetreuungsgeld können sich ändern. Prüfen Sie vor Entscheidungen immer die aktuellen Informationen beim Finanzamt Österreich, auf oesterreich.gv.at, beim Bundeskanzleramt oder bei einer qualifizierten Beratungsstelle. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer-, Sozial- oder Rechtsberatung.

Written by David Reisner

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