Amerika nun offiziell in der Rezession?
TweetAmerika befindet sich nun offiziell in der schwersten Klemme seit den 1930er-Jahren, heißt es seit Dienstag (2.12.2008). Der momentane Abschwung will einfach kein Ende nehmen. 1,2 Mio. Arbeitsplätze mussten seit Dezember letzten Jahres weichen, was einer Arbeitslosenrate von 6,5 entspricht, dem höchsten Wert seit 14 Jahren.
Von August 1929 bis März 1933 durchlebten die USA die schlimmste Wirtschaftskrise bisher. Nun, 75 Jahre später, steht der neue Präsident vor einer ähnlich schwierigen Aufgabe. Alleine im Oktober verloren 240.000 Menschen ihre Arbeitsstelle, im November waren es vermutlich 325.000.
Dennoch spricht man in den USA erst dann wirklich von einer Rezession, wenn das Wachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sinkt. In der Studie des National Bureau of Economic Research wird das Wachstum jedoch von Monat zu Monat gemessen, was die “Große Rezession” vermuten lässt.
Fest steht, dass sich die stufenartigen Einbrüche des Immobilien-, Kredit- und Finanzmarktes nicht innerhalb weniger Monate beruhigen werden (können). Besonders stark unter Beobachtung steht seit Längerem der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke. Den Leitzins kann er kaum mehr weiter senken, so hat er letzte Woche verlautbaren lassen, um 600 Mrd. Dollar Hypothekenkredite und um 200 Mrd. Verbraucherkredite zu kaufen.
Des Weiteren kündigte Bernanke einen Plan an, ähnlich der Maßnahme, die Japan zwischen 2001 und 2006 ergriff. Er spricht davon, eine bestimmte Menge an langlaufenden Staatsanleihen zu kaufen. Je mehr gekauft werden, desto höher der Kurs bei den Anlegern, bei gleichzeitigem Rückgang des Zinssatzes. Dabei würden auch alle anderen Zinsen gesenkt und die Kreditvergabe wiederbelebt werden.
(Quelle: “Die Presse” [Printausg.] vom 3. Dez. 2008)
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