Kredite teurer, dafür weiterhin zu bekommen?

Diskussionen über Kreditvergaben und die dazu notwendigen Konditionen sind gerade in schlechteren Zeiten in aller Munde. Wie sieht es nun aber tatsächlich damit aus? In Österreich dementieren Banken, weniger Kredite vergeben zu können und weisen sogar auf leichte Anstiege diesbezüglich hin. Schwer haben es freilich kleinere Firmen mit angeknackster Bonität.

So ist es aber gerade in finanzschwachen Zeiten vonnöten, gebrechliche Unternehmen vor dem Aus zu bewahren. Wie wichtig das ist, haben wohl etliche Ereignisse der vergangenen Zeit bewiesen. Denn ein Firmenkonkurs bringt wesentlich mehr Schaden mit sich als “bloß” das wirtschaftliche Ausscheiden des Unternehmens. Unzählige Menschen, die ihre Arbeitsstellen und damit womöglich gar ihre Lebensgrundlage verlieren, hängen an dessen Schicksal und ein Lebenswerk könnte vernichtet sein.

Die Finanzkrise hat heraufbeschworen, dass vielen Unternehmen mit Geldmitteln von auswärts aus der Patsche geholfen werden muss. So kann jedoch nicht alles der Staat übernehmen, darum ist es besonders wichtig, dass Banken über genügend Mittel zur Kreditvergabe verfügen und diese dann auch tatsächlich zur Verfügung stellen. Dies ist freilich leichter gesagt als getan. In Österreich streiten die Kreditinstitute aber sowieso ab, dass es jemals Kreditengpässe gegeben hätte und betonen, dass sich überhaupt nichts verändert hätte. Wozu dann allerdings all die Hysterie?

Die Raiffeisen-Landesbank NÖ-Wien, Sparkassen, Volksbank und die Bank Austria sprechen sogar von einem Anstieg bei Kreditvergaben. Wohl als Reaktion auf die Finanzkrise bietet die Bank Austria derzeit “Konjunkturkredite” an.

In Deutschland spricht Commerzbank-Chef Martin Blessing zwar von knapperen und teureren Krediten, jedoch sieht auch er keinen generellen Kreditengpass. Für Einzelne wird es freilich schwieriger werden, an die nötigen Geldmittel via Kredit heranzukommen. Schwieriger wird es v. a. für jene Unternehmen, “die in der Vergangenheit keine feste Hausbank-Beziehung gepflegt haben und nur auf den Preis geschaut haben”, so Blessing. “Wer hingegen bei uns seit vielen Jahren guter Kunde ist, muss nichts fürchten. Nach dieser Krise, davon bin ich überzeugt, werden viele Unternehmen sagen, dass sie es der Commerzbank zu verdanken haben, dass es sie noch gibt.”

(Quellen: u.a. “Die Presse”, www.welt.de ["Kredite werden teurer und knapper"] 30.11.2008)



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