Weitere Formen der privaten Altersvorsorge
TweetFür eine sichere und flexible Versorgung im Ruhestand ist es ratsam, die Vorsorgemaßnahmen auf verschiedene Standbeine zu stellen. Neben der staatlichen Altersvorsorge und evtl. einer Lebens- bzw. Rentenversicherung kommen noch weitere Modelle in Frage.
Diese sind:
Für die meisten Menschen ist eine Immobilie die ideale Form der Altersvorsorge. Während beim Wohnen zur Miete das Geld jeden Monat für den Mieter unwiederbringlich verloren geht, bildet eine Immobilie eine stabile Grundlage zum Vermögensaufbau, ist inflationsgeschützt und äußerst wertbeständig. Zwei Strategien zur Vorsorge durch Immobilienbesitz sind denkbar: Sie bauen oder kaufen die Immobilie, um selbst darin zu wohnen und somit mehr von Ihrer Rente zu haben, oder Sie kaufen bzw. bauen eine Immobilie, um diese dann zu vermieten. Durch die Mieteinnahmen lässt sich so eine schöne Zusatzrente erzielen.
Allerdings sollten Sie sich über die Kosten im Klaren sein, die der Kauf oder Bau einer Immobilie verursacht. Neben dem Bau- oder Kaufpreis kommen noch Nebenkosten und unter Umständen Maklerprovision, Grunderwerbssteuer sowie Notar- und Grundbuchgebühren auf Sie zu. Außerdem binden Sie Ihr Vorsorgekapital durch eine Immobilie für lange Zeit und es dauert meist mehrere Jahrzehnte, bis sich die Sache amortisiert hat. Bei vermieteten Immobilien kommt noch der Verwaltungsaufwand hinzu, außerdem tragen Sie das Risiko vom Leerstandszeiten. Hinsichtlich der sozialen Entwicklungen in den letzten Jahren ist auch die Gefahr von sogenannten „Mietnomaden“, die Ihnen die Mietzahlungen vorenthalten und das Objekt erst nach Monaten mühsamer Verhandlungen bzw. zwangsweise verlassen, nicht zu unterschätzen.
Trotzdem ist eine Immobilie ein lohnenswerter Weg zur Altersvorsorge und sollte – wenn ausreichendes Kapital vorhanden ist – auf jeden Fall ins Auge gefasst werden.
Aktien und Investmentfonds
Aktien (= Unternehmensanteile) können eine sinnvolle Ergänzung zur Altersvorsorge sein, sollten aber aufgrund der Kursschwankungen und Verlustrisiken nicht als alleinige Maßnahme eingesetzt werden. Auch hier ist Ihr Kapital unter Umständen – wie beim Immobilienerwerb – längerfristig gebunden, da kurzfristig am Aktienmarkt oft keine ausreichende Rendite zu erwirtschaften ist. Außerdem sollte nur derjenige selbst in Aktien anlegen, der sich zuvor intensiv mit der Materie auseinandergesetzt hat. Machen Sie nicht den Fehler, selbsternannten Börsengurus zu vertrauen, oder einfach ins Blaue zu investieren. Der Aktienmarkt ist komplex und schwer zu durchschauen. Am sichersten fahren Sie bei der Investition in Blue Chips (Standardwerte großer und umsatzstarker Unternehmen), und das möglichst langfristig. Achten Sie auch darauf, Verluste nicht zu lange laufen zu lassen in der Hoffnung, dass sich die Kurse wieder erholen werden. Das hat schon vielen Anlegern das Genick gebrochen. Machen Sie es umgekehrt – Verluste konsequent begrenzen und die Gewinne laufen lassen. Nach einhelliger Expertenmeinung ist diese Strategie am aussichtsreichsten.
Nichtsdestotrotz ist vielen Anlegern der eigene Handel mit Aktien zu riskant. Wer trotzdem in diesem Bereich für seinen Altersruhestand vorsorgen möchte, für den bieten sich Investmentfonds an. Ein Investmentfond besteht aus einer Anzahl von Aktien, die durch professionelle Fondsmanager ausgesucht und ständig optimiert werden. Für den Anleger ergeben sich dadurch mehrere Vorteile. Durch die breite Streuung ist die Verlustgefahr wesentlich geringer, als beim Kauf einzelner Aktien. Außerdem verstehen die Fondsmanager das Geschäft normalerweise wesentlich besser als ein Privat- bzw. Hobbyanleger. Fondsanteile können über die Hausbank oder eine andere Bank, sowie bei vielen Fondsgesellschaften direkt gekauft werden. Bei der Auswahl der richtigen Fonds sollten Sie einen unabhängigen Anlageexperten hinzuziehen, der etwas von diesem Geschäft versteht und Sie kompetent beraten kann. Als erste Orientierungshilfe bieten sich auch Fachzeitschriften oder Vergleiche im Internet an. Neben dem klassischen Investmentfond gibt es inzwischen sehr viele weitere Formen dieses Anlagemodells. Die wichtigsten sind:
Dachfonds
Ein Dachfond ist ein Fond, der wiederum aus einer Anzahl von einzelnen Fonds besteht. Ein Fond für Fonds sozusagen. Sinn und Zweck eines Dachfond ist, das Risiko für den Anleger noch weiter zu streuen, da hier nicht in einzelne Aktien bzw. Aktienpakete investiert wird, sondern in Fonds. Der Dachfondmanager kann sich dabei die Fonds mit der besten Performance aussuchen, und diese in seinem Dachfond vereinigen. Einziger Nachteil für den Anleger sind die höheren Gebühren, da ja nicht nur der Dachfond selbst verwaltet werden muss, sondern auch Gebühren für die einzelnen Fonds im Dachfond anfallen.
Garantiefonds
Wem die Sicherheit eines Dachfonds immer noch nicht ausreicht, dem sei die Geldanlage in einem Garantiefond angeraten. Dabei wird dem Anleger garantiert, zu einem festgelegten Zeitpunkt einen Mindestbetrag auszuzahlen. Diese Sicherheit muss der Anleger natürlich bezahlen, und zwar in Form von Gewinnanteilen, die bei ihm abgezogen und in einen Topf zur Absicherung geworfen werden. Die Höhe dieser Gewinnanteile liegt meist bei ca. 25-40 Prozent.
Rentenfonds
Viele verstehen unter „Rentenfonds“ einen Fond zur gezielten Finanzierung der eigenen Rente. Das ist jedoch falsch. Das Wort „Rente“ im Namen bezieht sich hier auf die Gewinne aus Anleihen, die aufgrund ihrer Stabilität auch „Renten“ genannt werden. Dennoch ist das Wortverständnis gar nicht so falsch, werden doch Rentenfonds tatsächlich oft für die Altersvorsorge genutzt. Bei einem Rentenfond wird das Vermögen in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Diese garantieren Stabilität und ein sehr geringes Risiko. Der Anleger kann sich die Gewinne in regelmäßigen Abständen auszahlen lassen. Die Rendite fällt bei Rentenfonds allerdings relativ gering aus – das ist der Preis für die Sicherheit.
Altersvorsorgefonds
Bei diesem Anlagemodell wird das Vermögen in Aktien, Anleihen und Immobilien investiert, um eine optimale Streuung und damit höchstmögliche Sicherheit zu erzielen. Die Erträge werden nicht laufend an den Anleger ausgeschüttet, sondern immer wieder re-investiert. Nach einer Laufzeit von üblicherweise 18 Jahren wird die Rendite dann komplett oder in mehreren Teilbeträgen ausgezahlt. Man kann den Altersvorsorgefond aber auch während der Laufzeit – ohne finanzielle Einbußen – vorzeitig kündigen. Die erworbenen Anteile lassen sich ebenfalls auf dem freien Markt verkaufen.
Wertpapiere
Eine besonders sichere Form der Geldanlage und damit für die Altersvorsorge gut geeignet sind festverzinsliche Wertpapiere. Sie verfügen über einen garantierten und festgelegten Zinssatz, mit dem der Anleger seinen Ertrag gut vorausbestimmen kann. Als festverzinsliche Wertpapiere werden ausschließlich Schuldverschreibungen (Anleihen) von öffentlichen Einrichtungen und Banken sowie großen Industriekonzernen genutzt. In der Börsensprache bezeichnet man diese Schuldverschreibungen auch als Rentenpapiere. Der einzige Nachteil für den Anleger besteht darin, sich für die gewählte Laufzeit festlegen zu müssen. Soll das Kapital aus irgendeinem Grund während der Laufzeit wieder liquide gemacht werden, muss mit teils erheblichen Kursverlusten gerechnet werden. Sie sollten also nur Kapital in dieser Form anlegen, auf das Sie über einen langfristigen Zeitraum verzichten können.
Sparpläne & -briefe, Spareinlagen und Festgeldkonten
Auch Ihre Hausbank verfügt in der Regel über verschiedene Produkte zur Altersvorsorge. Bekannt sind hier vor allem Sparpläne und Spareinlagen. Dabei werden feste monatliche Beträge eingezahlt und über eine vorausbestimmte Laufzeit angespart. Am Ende der Laufzeit gibt es häufig neben den Zinserträgen noch einen Bonus. Außerdem steigen die Zinsen mit zunehmender Laufzeit an und machen das Vorsorgemodell noch attraktiver. Die Zinsen und der Bonus müssen allerdings als Einnahmen aus Kapitalvermögen versteuert werden, was den Ertrag um ein ganzes Stück schmälert. Wie bei den Wertpapieren sollte auch hier nur langfristig entbehrliches Kapital angelegt werden, da bei einer vorzeitigen Kündigung Vorschusszinsen und evtl. Entschädigungszahlungen geleistet werden müssen.
Wenn Sie schon in gesetzterem Alter sind und Ihr Geld nur kurz- oder mittelfristig anlegen möchten, sollten Sie Sparbriefe oder Festgeldkonten wählen. Sparbriefe (auch „Bankbriefe“ genannt) erfordern die einmalige Einzahlung einer Geldsumme (in der Regel mindestens 500 Euro – nach oben offen), die dann für zwei bis acht Jahre festgelegt wird. Dafür bekommen Sie jährlich den festgelegten Zinssatz gutgeschrieben. Die Verzinsung ist generell höher als bei einem einfachen Sparbuch. Man unterscheidet zwischen dem „aufgezinsten“ und dem „abgezinsten“ Sparbrief. Im ersten Fall werden die Zinserträge immer wieder in den Sparbetrag investiert, so erhöht sich nach und nach das Kapital und damit auch die Zinserträge. Das Guthaben wird dann komplett mit allen Zinserträgen erst am Ende der vereinbarten Laufzeit ausgezahlt. Beim abgezinsten Sparbrief werden die Zinsen vorausberechnet und schon vor dem Einzahlen des Anlagebetrags von diesem abgezogen. Am Ende der Laufzeit bekommen Sie dann den vollen Betrag ausgezahlt. Sie zahlen also weniger ein, als Sie am Ende ausgezahlt bekommen. Die Differenz der beiden Summen entspricht dann genau den Zinserträgen.
Festgeldkonten sind in der Regel auf eine relativ kurze Laufzeit ausgelegt, meist zwischen 30 und 360 Tagen. Wenn Sie sich für eine bestimmte Anlagedauer entschieden haben, garantiert Ihnen die Bank für diese Zeit einen festen Zinssatz. Bei guten Angeboten liegt dieser zwischen vier und fünf Prozent – bei einer Anlagedauer von etwa einem halben Jahr. Während der Laufzeit ist die Anlage allerdings unkündbar und die Zinserträge müssen voll versteuert werden, sofern der Sparerfreibetrag bereits ausgeschöpft wurde.
Fazit:
Durch die festgelegten Zinssätze sind Bankanlageprodukte eine sichere Sache. Sie haben kein Kursrisiko und können mit den Erträgen in den meisten Fällen schon im Vorfeld kalkulieren. Allerdings sind Sparplan, Festgeld & Co. keine Renditewunder, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Erträge immer noch versteuert werden müssen. Außerdem sind die Anlagen meist nur mit empfindlichem Verlust vorzeitig kündbar. Das richtige Modell also für alle, die ihr Kapital sicher anlegen möchten und es über einen bestimmten Zeitraum ohne Probleme entbehren können.
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