Asien auf der Überholspur

Asien ist dem europäischen Niveau rasend schnell nahe gekommen. Manche der Länder haben uns beinahe schon übertroffen, was sie u.a. der Globalisierung verdanken. Diese ermöglichte den fernöstlichen Ländern den enormen Aufschwung, u.a. bedingt durch die Beseitigung vieler Handelsbarrieren, Senkung von Transport- und Transaktionskosten und dem Zugang zu modernen Technologien.

Im letzten WTO-Gespräch allerdings konnte man sich hinsichtlich Exporterleichterungen für Schwellenländer bei Agrarprodukten nicht einig werden, was u.a. auf die derzeitige Krise zurückzuführen ist. Diese ist für die Verhandlung wirtschaftlicher Freiheiten nicht gerade dienlich.

Das wirtschaftliche Emporschnellen hat in vielen asiatischen Ländern Millionen Menschen aus der Armut geholfen. Doch ist damit noch längst nicht alles getan. In Indien beispielsweise leben immer noch viel zu viele Menschen in akuter Armut.

Trotz der äußerst positiven Entwicklungen der jüngsten Zeit zeichnet sich in China und anderen emporstrebenden Ländern ein Problem ab: ein Fehlen an Fachkräften. Bildungseinrichtungen sind vielerorts mit dem schnellen Wirtschaftswachstum überfordert und kommen mit der Ausbildung von Fachkräften nicht nach. Das könnte u.U. eine Einwanderungswelle aus beipielsweise Russland oder Osteuropa bewirken.

Treibende Kraft der positiven Entwicklung in Asien sind Schwerindustrie und IT, denken wir nur einmal an den Mobilfunk. China Mobile erlangte sogar einen höheren Börsenwert als Microsoft (346 Mrd. Dollar). Auch die asiatische Automobilindustrie verzeichnet einen enormen Aufschwung, dem der stetig wachsende Wohlstand in diesen Ländern natürlich noch zusätzlich unter die Arme greift, denn mittlerweile können sich weit mehr Leute wenigstens ein günstiges Auto leisten.

Als Reiseziel könnte die Region auch immer beliebter werden, unterstützt durch China als Schauplatz der Olympischen Spiele. Gleichzeitig werden aber auch die Asiaten selbst immer mehr auf Reisen gehen. All jene, die es sich leisten können, auch nach Europa, das für etliche Asiaten eine Traumdestination darstellt.

Besonders Japan, China und Indien sind Österreichs Hauptexportziele in Asien, ca. 8,3 Mrd. Euro werden durch diese Abnehmer jährlich erzielt. Importiert wird mit 12 Mrd. Euro sogar noch mehr.

(Quelle: “Die Presse” Prinatausg. [Internationale Sonderbeilage], 20.11.2008)



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