Flucht in EU und Euro?

Die Auswirkungen der weltweiten Krise sind in vielen Bereichen des Lebens nicht zu übersehen. So verwundert es eigentlich auch nicht, dass die EU nun noch mehr zu etwas wie einem Rettungsanker wird. Irland zeigt sich mittlerweile einem Ja zum EU-Vertrag nicht mehr abgeneigt. Island möchte 2009 den Antrag auf EU-Mitgliedschaft stellen und bis 2011 Mitglied werden und Schweden und Dänemark zieht es in Richtung Euro.

Der Schutzgedanke der EU überwiegt immer mehr, auch in an sich EU-kritischen Ländern. Die Finanzkrise hat natürlich einiges zum Stimmungswandel beigetragen. In Krisenzeiten fühlt man sich in der Gemeinschaft einfach am sichersten, dies hat sich bereits des Öfteren bewiesen. So beispielsweise in Großbritannien 1975, wo man sich nach längeren Streitigkeiten für einen Verbleib in der Europäischen Gemeinschaft entschied.

In Irland sieht man gegenwärtig, wie es Island ergangen ist, das unter der Finanzkrise sehr zu leiden hatte. Jedenfalls hat man in Island nun recht rasch seine Haltung der EU gegenüber überdacht und werde nun 2009 einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen, die bis 2011 über die Bühne gehen soll. Seitens der Bevölkerung stößt dieses Vorhaben momentan auf sehr positive Resonanz. Von 50 Prozent ist das Pro-EU auf 70 Prozent (nach den Auswirkungen der Finanzkrise) gestiegen.

Dänemark, eines der EU-kritischsten Länder, hat sich bislang stetig geweigert, der europäischen Sicherheitspolitik und der gemeinsamen Währung beizutreten. Doch auch hier ist deutlich der Umschwung zu erkennen. Hatte man 2000 eindeutig gegen den Euro gestimmt, so steht nun eventuell ein Wandel in Richtung Euro an. Denn die Bevölkerung hat erkannt, welche Auswirkungen das Nein zur gemeinsamen Währung hatte (damit sind die jüngsten Probleme der dänischen Krone angesprochen).

Auch die schwedische Krone hatte es in letzter Zeit nicht leicht. Die schwedische Regierung wirbt mittlerweile recht offensichtlich für den Euro, da es einfach beruhigender wäre, zu den Euro-Ländern zu gehören, so Premier Fredrik Reinfeldt.

Sich in Zeiten der Rezession an die Gemeinschaft zu halten, ist keine neue Erfindung und momentan erkennen die einzelnen Staaten (auch jene, die noch nicht Teil der EU sind), wie wichtig ein sicherheits- und währungspolitischer Zusammenhalt sein kann.

(Quelle: “Die Presse” Printausg. vom 18. Nov. 2008)



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