Ein kleines Zwischenresümee der Finanzkrise

Was hat die Finanzkrise bis zum heutigen Tag eigentlich alles verursacht bzw. bewirkt? Auf welchem Stand befinden wir uns gerade? Hat sich die allgemeine Hysterie (die nicht ganz unbegründet ist) eher gelegt oder weiter gesteigert? Wie sieht es auf dem Aktienmarkt aus? Letztere Frage ist nicht ganz unwesentlich, halten schließlich immer noch eine Menge Personen (Unternehmen sowieso) einen Teil ihres Vermögens in diversen Wertpapieren.

Mit der Pleite der Lehman Brothers ist ein großer Stein ins Rollen geraten – die wahre Größe dieses Brockens hätte sich damals noch keiner auszumalen gewagt. Mittlerweile hat die Krise auf alle möglichen Lebensbereiche übergegriffen und einiges an Denken und Umdenken bewirkt. Die Menschen sind vorsichtiger geworden, über finanzielle Belange wird nun mindestens zweimal nachgedacht und mit Geld allgemein nicht mehr so leichtfertig umgegangen. So zumindest die Auswirkungen auf große Teile der Bevölkerung.

Andere wiederum haben in der Krise einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens verloren, wieder andere bangen um ihre Jobs und mussten bereits drastische Gehaltskürzungen in Kauf nehmen. Teilzeitarbeit ist in vielen größeren Betrieben mittlerweile an der Tagesordnung, die Unternehmen haben einfach einen beträchtlichen Teil ihrer Liquidität eingebüßt. Anfangs beschränkten sich die Informationen noch beinahe ausschließlich auf Meldungen über Börse, Banken und Kreditinstitute, mittlerweile hat die Finanzkrise auf etliche andere Wirtschaftsbereiche übergegriffen.

In den vergangenen Tagen war die Finanzkrise voll auf Europa übergeschwappt. Und die heimischen Banken hatten alle Hände voll zu tun, aufgeregte und verunsicherte Kunden davon abzuhalten, in großem Stil Geld abzuziehen. […] Die österreichischen Banken seien derzeit nicht gefährdet. Man spanne aber sicherheitshalber ein „Sicherheitsnetz“.

(So schrieb die „Presse“ am 9.10.2008 – man erkennt deutlich den Unterschied zu aktuellen Meldungen)

Nicht zu vergessen: die Banken. Großangelegte staatliche und zwischenstaatliche Hilfsprojekte in Form gewaltiger Finanzspritzen konnten bereits vielerorts das Schlimmste verhindern. Staatliche Einlagensicherung ist hierbei ein weiteres wesentliches Stichwort: durch sie konnte die Hysterie der Sparer eingedämmt werden, mittlerweile jedoch sprechen sich viele Menschen gegen eine Verwendung der Steuergelder zu Bankenhilfsfinanzierungszwecken aus – es herrscht vielerorts die Meinung, dies sei unfair den Steuerzahlern gegenüber.

Des Weiteren wandelt sich das Bild der Schuldzuweisungen (wer also für die Finanzkrise verantwortlich gemacht wird) – immer mehr wird dabei mit dem Finger auf den Staat gedeutet. Er ist somit Mitverantwortlicher für dieses Dilemma, denken viele. Finanzmanager und Spekulanten werden dadurch in ihrer Schuld zwar „entlastet“, jedoch keineswegs viel. Die Menschen haben lediglich begonnen, über den Lauf der (finanziellen) Geschehnisse gründlicher nachzudenken und ihr Grad an Informiertheit hat um einiges zugenommen.

Und der Börsenmarkt?

Da war nach anfänglichen Totaleinbrüchen zwischendurch echt der Bär los. Momentan dürften sich die Kurse und ihre Entwicklungen wieder ein wenig erholt haben. Der ATX hat am heutigen Tag ein Plus von 4,8 % verzeichnet.

Die Auswirkungen der Finanzkrise sind nicht zu übersehen – bleibt nur noch die Frage, wann bzw. ob sich die Situation endgültig beruhigen wird. Es scheint ja beinahe unglaubwürdig, dass alles wieder abkühlen und zu Normalbetrieb zurückkehren wird können. Aber wir werden sehen.



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