Mehrheit der österreichischen Bevölkerung gegen Steuergeld als Bankenhilfe

53 Prozent der Bevölkerung in Österreich sprechen sich in einer Umfrage des Wiener Marktforschungsinstitutes Info Research International gegen die Verwendung von Steuergeld zur finanziellen Unterstützung der maroden Banken aus. Dass Banken mithilfe von Steuergeldern gerettet werden sollen, wird immer mehr als unfair angesehen.

Die negative Einstellung gegenüber der Finanzhilfe mittels Steuergeldern überwiegt mittlerweile in beinahe allen Bevölkerungsgruppen. Noch vor einem Monat fiel die Antwort auf diese Frage noch zugunsten dieser finanziellen Unterstützung aus (49 Prozent waren dafür), wohingegen sich dies nun stark gewandelt hat (nur noch 33 Prozent sind pro Verwendung von Steuergeldern zur Bewältigung der Resultate der Finanzkrise).

Das 100-Mrd-Euro-Hilfspaket, die Rettungsaktionen der Constantia Privatbank sowie der Kommunalkredit taten das Ihrige und führten zu einem schwindenden Vertrauen in die Kompetenzen der Banken. Zudem hat auch die Erste Bank als erste Großbank staatliche finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen. Noch vor wenigen Wochen sah ein Großteil (55 Prozent) der Bevölkerung seine Einlagen bei den Banken als gesichert an, mittlerweile ist diese Zahl spürbar geschrumpft (44 Prozent). Immerhin 11 Prozent fürchten bereits um ihr Erspartes.

Das Vertrauen in die Kreditinstitute ist bei jungen Menschen noch stärker vertreten, bei den Über-56-Jährigen nimmt allerdings die Unsicherheit bezüglich des Ersparten immer mehr und mehr zu.

Nicht nur die Einstellung gegenüber den Banken hat sich kurzzeitig stark gewandelt, auch der Grad an Informiertheit ist überproportional gestiegen. Das bedeutet, dass die Menschen wesentlich besser Bescheid wissen und sich genauestens zu den Entwicklungen Gedanken machen. Mittlerweile wird nicht mehr einfach Finanzmanagern oder Spekulanten die Schuld für alle Auswirkungen der Finanzkrise in die Schuhe geschoben, sondern man überlegt wesentlich umgreifender. Die Rolle des Staates wird immer mehr und mehr einbezogen und in Frage gestellt bzw. kritisiert. Die Zahl derer, die Finanzmanager oder Banken als die Hauptverantwortlichen sehen, ist gesunken; diejenigen, die auch im Staat einen Schuldigen sehen, dagegen gestiegen.

Auch der Kapitalismus wird in diesen Zeiten in ein negatives Licht gerückt und ebenfalls für die jetzige Lage verantwortlich gemacht. Das hat dazu geführt, dass 4 Prozent der Österreicher die freie Marktwirtschaft ablehnen.

(Quelle: Die Presse, 8.Nov. 2008)



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    Eine Antwort “Mehrheit der österreichischen Bevölkerung gegen Steuergeld als Bankenhilfe”

    1. Judith Friedl sagt:

      Ich als österreichischer SteuerzahlerIN bin striktest dagegen meine Gelder für die Banken zu verschleudern.
      Ich habe viele Jahre hohe Zinsen an die Banken gezahlt um mein Leben bestreiten zu können.
      In Zeiten als es mir – trotzdem ich rund um die Uhr gearbeitet hatte – sehr schlecht ging, ich mir nichts leisten konnte und unter Existenzängsten gelitten habe haben die Banken sehr gut gelebt und investiert. Schon beim Bawag-Skandal hat man sehen können wie gut das Managment davon leben durfte.

      Mir als hart arbeitender Österreicher ist es ziemlich egal unter wieviel Banken ich wählen darf, d.h. es dürfen auch Banken in Konkurs gehen, bzw. für ihr Handeln zur Rechenschaft gezogen werden.

      Ich glaube nicht, daß sich eine Bank um mich Gedanken gemacht hat als ich jahrelang überteuerte Zinsen für meine Kredite zahlen musste. (teilweise über 14 % !!!!!!).
      Nein vielmehr hat man mir bankenseits (in Ermangelung eines BÜRGEN) noch teure, langfristige Sicherstellungsversicherungen (des eigenen Unternehmens!) angedreht an denen ich heute noch zahle, die mir wenig Ertrag bringen, …… meine Kredite habe ich selbst schon lange abgedeckt.
      Die Finanzierungsexperten sollten eigentlich soweit sein, die eigenen Aktivitäten jeder Art gleichviel bzw. eigentlich besser absichern zu können. Aber da hätte ja – zu guten Zeiten – der Ertrag daraus nicht mehr gereicht um den Hals vollzukriegen!!

      Ich will keinesfalls, dass mein Geld als Steuerzahler dafür verwendet wird, diesen Karren aus dem Dreck zu ziehen. Das sollen die schon selbst verantworten! Das könnte man viel besser dazu verwenden, z.B. die Pensionen der Menschen die diese Steuern bezahlt haben, abzusichern.
      Wer würde mich unterstützen, falls ich mich verspekuliert hätte?

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