Sparen – weniger Geld dazu?

Hat die Finanzkrise bewirkt, dass die Österreicher befürchten, über immer weniger Geld zu verfügen? In Wahrheit legen die Sparer jedoch momentan mehr zur Seite als sie dies früher getan haben: durchschnittlich rund 200 Euro pro Kopf und Monat.

Damit hat Österreich in dieser Hinsicht Deutschland hinter sich gelassen, denn dort wurde im Durchschnitt 180 Euro pro Kopf und Monat gespart. Die Sparquote in Österreich beläuft sich auf 11,7%, die unserer deutschen Nachbarn auf 11,3% (was aber dennoch einen Höchststand seit 1994 darstellt).

Insgesamt betrugen die Ersparnisse der Österreicher 421,5 Mrd. Euro, mit 12,4 Euro, die neu veranlagt wurden. Ein beträchtlicher Teil dessen dürfte momentan wohl in Spareinlagen und weniger in Aktien, Fonds und dergleichen geflossen sein. 78% der Österreicher befinden sowieso das Sparbuch für die bevorzugte Sparform, wohingegen im zweiten Quartal nur 71% dieser Meinung waren. Hat sich ja auch einiges getan seither.

Des Weiteren wurde auch etliches an Geld aus Fonds abgezogen, nämlich netto rund 3,7 Mrd. Euro. Verantwortlich dafür ist allerdings nicht nur die Finanzkrise, denn die Fonds verzeichneten bereits 2007 mehr Ab- als Zuflüsse. Ganz im Gegenteil zu Gold, Silber und weiteren Vermögensgegegenständen: diese haben stark an Attraktivität zugelegt.

Obwohl die Zahlen des Sparens deutlich positive Töne verlautbaren lassen, bleibt den heimischen Sparern die Ansicht, jetzt weniger sparen zu können als früher. Des Weiteren besteht die Angst, in den kommenden Jahren noch weniger sparen zu können (bei 43% der Österreicher). Nur ein geringer Teil der Bevölkerung, nämlich 17%, blicken optimistisch in die Zukunft ihres Sparens.

Angesichts des heutigen Weltspartags muss erwähnt werden, dass auch hier das Interesse zurückgegegengen ist: statt der zwei Mio. von letztem Jahr suchen heuer nur 1,5 Mio. ihre Bank auf.

(Quelle: Die Presse vom 30. Okt. 2008)



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