Telekom kauft Strato
Der Internetanbieter Strato, ein Tochterunternehmen von Freenet, steht derzeit zum Verkauf. Privatkunden kennen Strato und Freenet als Anbieter für eine günstige Flartrate , doch Freenet will sich eigenen Aussagen zufolge mehr auf den Mobilfunkbereich konzentrieren und das Web-Geschäft reduzieren. Wie sich das Ganze entwickeln wird, dazu äußert sich Freenet jedoch nicht eindeutig. Es wurde der Presse lediglich mitgeteilt, dass verschiedene Angebote vorliegen und eine Bieterliste erstellt wird. Genauere Aussagen könnten zum derzeitigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.
Allerdings gehen in Expertenkreisen diverse Gerüchte um. Unter anderem will die Telekom Strato kaufen, wie das „Handelsblatt“ berichtete. Derzeit hat Strato europaweit 1,4 Millionen Kunden und betreibt insgesamt 35.000 Server, auf denen vier Millionen Domains liegen. Im Bereich des Webhostings zählt Strato mit diesen Zahlen zu den führenden Unternehmen in Deutschland. Es hat sich den zweiten Platz nach 1&1 von United Internet gesichert.
Für ca. 300 Millionen Euro soll Strato den aktuellen Angaben zufolge verkauft werden. Doch nicht nur die Telekom hat Interesse angemeldet. Ebenfalls bewarben sich der DSL-Anbieter United Internet, sowie ein britisches Unternehmen. Die eingehenden Kaufangebote wurden laut Strato bis zum 02.09.2009 gesammelt, wie der weitere Verlauf sein wird, sei aber bis dato noch unklar.
Für die Aktien von Freenet gab der Verkauf des Tochterunternehmens positive Impulse. Die Anleger honorierten den Gedanken, sich wieder mehr auf das Mobilfunkgeschäft zu konzentrieren und die Aktie legte um satte drei Prozent zu. Damit liegt sie bei aktuell 9,73 Euro. Anders sieht es dagegen bei der Telekom aus, sie profitiert von dem evtl. Geschäft deutlich weniger und liegt nur leicht im Plus. Vermutlich schlägt die Nachricht deshalb nicht ein, wie eine Bombe, da die 300 Millionen Euro keine übermäßig große Ausgabe für die Telekom wären.
Dennoch wird es spannend bleiben, welcher Internetanbieter letztlich das Rennen um Strato macht. Denn im Laufe der Zeit wird sich diese Entwicklung auch auf dem Aktienmarkt niederschlagen und dort für kräftige Kursverluste oder -gewinne sorgen. Wer nun der Profiteur von Strato sein wird, bleibt zunächst offen, doch die Verhandlungen werden weiter spannend bleiben. Denn der Machtkampf zwischen 1&1 und der Telekom hat schließlich gerade erst begonnen. Auch die künftige Entwicklung von Strato kann hierbei natürlich auf die Aktienkurse Einfluss nehmen, denn niemand kann heute abschätzen, wie viele Kunden dem Unternehmen nach dem Wechsel noch verbleiben werden. Hierbei kommt es mit Sicherheit darauf an, wie Strato im Markt nach dem Verkauf auftreten kann und darf.
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