Studiengebühren abgeschafft – des einen Freud, des andren Leid?

Die österreichischen Studenten wurden nun endlich von der finanziellen Bürde, die sie Semester für Semester zu tragen hatten, erlöst. Mit der Abschaffung der Studiengebühren ist vielen sicherlich ein Stein vom Herzen gefallen. Doch ist diese finanzielle Erleichterung – von einer anderen Seite als der studentischen betrachtet – wirklich so einfach für alle zu tragen?

Es bleibt jedenfalls die Frage, woher nun die Finanzen, die bisher zumindest zum Teil durch die Studiengebühren bezogen wurden, kommen sollen. An sich ist das nicht so schwer zu beantworten: Vater Staat muss nun eben noch ein wenig mehr zuschießen. Doch haben bereits in Zeiten der Studiengebühren manche Institute unserer Unis über Geldmangel geklagt, so wird sich das jetzt vermutlich nichts ins Bessere verändern (können). Bei der Auseinandersetzung mit dem recht heiklen Thema der Studiengebühren darf man somit nicht ausschließlich die Seite der Studenten betrachten, die natürlich froh über die Abschaffung und das dadurch zusätzliche Geld sind.

Einsparungen in vielen Lebensbereichen wären generell eine feine Sache, gekoppelt mit einer spürbaren Steuererleichterung. Aber gerade in der gegenwärtigen Finanzlage, in der den Staaten ohnehin eine erhebliche zusätzliche finanzielle Verantwortung zuteil wird, sollte man keine deutlichen Senkungen der Staatseinnahmen befürworten. Angesichts der Lage, in der sich die Weltwirtschaft momentan befindet, dürfen generell keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden und über mögliche Verhaltensweisen sollte lieber zwei- als nur einmal nachgedacht werden. Damit schweifen wir zwar ein wenig vom eigentlichen Thema der Studiengebühren ab, doch ist es momentan nur schwer möglich, bei der Auseinandersetzung mit einem finanziellen Belang der Finanzkrise zu entkommen.

Ein Wahlversprechen des Jahres 2006 wurde mit der Abschaffung der Studiengebühren hiermit in die Tat umgesetzt. Der Zeitpunkt ist vielleicht nicht der allerbeste, doch stellt es für all jene Studenten, die nicht Bezieher der Studienbeihilfe sind bzw. die Gebühren nicht rückerstattet bekommen haben, eine kleine Erleichterung ihrer Ausgaben dar. Die Konsequenzen für andere Bereiche (u.a. vermutlich für den Zustand der Räumlichkeiten unserer Hochschulen etc.) werden sich erst nach einer gewissen Zeit offenbaren.



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    Eine Antwort “Studiengebühren abgeschafft – des einen Freud, des andren Leid?”

    1. Sulzbacher Max sagt:

      Eine vorgegebene Sichtweise erlaubt es nicht über das Thema Studiengebühren,sich wertfrei darüber zu äußern. Ich frage mich,woher sollen die Mittel kommen? Natürlich aus Steuergeldern. Die,die ab dem 15.Lebensjahr in den allgemeinen Topf hineinzahlen, sollen ihren Beitrag leisten, für die,die weit später Steuerzahler werden und oft bis zum 30.Lebensjahr aus diesen Topf herausnehmen. Sozial gerecht ist das bestimmt nicht. Darüber sollte man sich auch einmal Gedanken machen,oder darf man das schon wieder nicht, weil es ja die Meinung der Schwächeren ist. Man fragt sich wirklich oft wo der soziale Gedanken der Sozialisten geblieben ist.

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