Online-Plattformen und interaktive Netzwerke als Karrierekiller
TweetSo leicht es uns das Internet macht, Informationen anzubieten, so leicht ist es für andere Leute, diese ausfindig zu machen. Mitunter sollte man vorsichtig sein, was man wo zum Besten gibt. Online-Communities bergen ein gewisses Gefahrenpotenzial, da die dort veröffentlichten persönlichen Angaben für jedermann – sofern nicht anders eingestellt – zugänglich sind. Auch für potenzielle Arbeitgeber, die eventuell Nachforschungen über mögliche zukünftige Mitarbeiter anstellen.
Gerade gestern ist mir (wieder einmal) ein Artikel über die Gefahr, die elektronische Informationsvergabe über das Internet birgt, untergekommen (zu finden in der „Presse“, im „Uni Live“-Teil, vom 24.10.2008). Der Beitrag hat sich v.a. auf bestens bekannte Communities wie MySpace, Facebook oder StudiVZ bezogen. Da sollte man sich scheinbar besser 3mal überlegen, welche Informationen man über sich preisgibt (ganz speziell über spaßhalber veröffentlichte Übertreibungen in Form von Fotos oder Äußerungen). Denn ein Vorfall auf einer dieser Plattformen hat einer amerikanische Studentin ihren Hochschulabschluss gekostet. Sie hat ein Foto einer Halloween-Party ins Internet gestellt, auf dem sie als Pirat verkleidet mit einem Glas (offensichtlich alkoholischen Inhalts) abgebildet ist und dem Ganzen den Titel „Drunken Pirate“ gegeben.
Die Universität der amerikanischen Studentin hat ihr daraufhin den Abschluss verweigert und ihr damit vermutlich noch etliche andere Steine in den Weg gelegt. In den Vereinigten Staaten herrschen bekanntlich strenge Sitten an den Hochschulen – dennoch stellt sich hier die Frage, ob in einer solchen Situation die Konsequenzen nicht ein wenig milder ausfallen könnten. Denn würden jedem/r Studierenden in Österreich, die Partyfotos im StudiVZ veröffentlichen, das Weiterstudieren verweigert, hätten wir keine Platzprobleme mehr in unseren Lehrveranstaltungen. Außerdem gehören Feiern und Spaß einfach zum Leben eines Studenten dazu, ob man das nun will oder nicht.
Einem jungen ambitionierten Menschen einzig wegen eines Fotos die Zukunft zu verbauen, kann eigentlich nicht im Sinne der Ausbilder stehen [ob in diesem speziellen Fall in Amerika noch andere Tatbestände vorlagen, wurde im Bezugsartikel nicht erwähnt]. Des Weiteren kann man Menschen nicht ausschließlich anhanddessen, was sie über sich ins Internet stellen, beurteilen – sofern dort nicht anstößige, provozierende, obszöne, menschenfeindliche, sexistische, … (die Liste könnte endlos weitergeführt werden) Inhalte publik gemacht werden.
Dass sich Firmen im Internet über ihre Bewerber informieren, ist angesichts der Fülle an Möglichkeiten kein Wunder. Denn kann man sich schon so einfach eine derartige Menge an Eindrücken verschaffen, macht man davon natürlich gerne Gebrauch. Im Zuge dieser Plattformen bieten sich einem zumindest Seiten der Menschen an, die sie einem in einem Bewerbungsgespräch doch niemals offenbaren würden. Allfällige Äußerungen und Späße, auf deren möglichen Inhalt hier nicht näher eingehen möchte, können einem jedoch möglicherweise die Karriere verbauen. Zur Verteidigung unserer Studentenschaft möchte ich jedoch hinzufügen, dass ich im Rahmen des StudiVZ noch auf kaum ein seriöses Profil gestoßen bin. Somit bleibt die Frage, ob man derlei Dinge überhaupt ernst nehmen und als Anhaltspunkt für die Bewertung eines Menschen heranziehen kann, offen.
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