Die finanziellen Bedürfnisse des Menschen
TweetEine kleine Anekdote über das Leben
Was brauchen wir Menschen, um wirklich glücklich zu sein? (Ist es überhaupt möglich, auf der ganzen Linie glücklich zu sein? Diese Frage stellt sich mir da sofort…) Geld scheint jedenfalls einer der erheblichsten Faktoren zur Beantwortung dieser Frage zu sein. Salopp formuliert: Hat man davon mehr, ist man glücklicher, hat man weniger, ist man weniger glücklich. Ist es so einfach?
Finanzielle Bedürfnisse fallen in der Skala der Bedürfnisse eigentlich in zwei der drei Kategorien: sie sind sowohl Grund- als auch Luxusbedürfnisse. In gewissen Maße notwendig (also Grundbedürfnisse), stellen sie übermäßig vorhanden Luxus dar. Denn erst mit den entsprechenden finanziellen Mittel kann man sich den materiellen Luxus überhaupt ermöglichen. Den anderen, über den Dingen stehenden, kann sich vermutlich auch der finanziell reichste Mensch der Welt nicht kaufen. Einfacher Grund: die schönsten Dinge des Lebens kannst du nicht kaufen. Glück, Freundschaft, Fröhlichkeit und Ehrlichkeit fallen mir da auf die Schnelle ein. Diese bekommt man oder auch nicht, unabhängig vom Kontostand.
Eine durchaus gängige Erscheinung der industriellen, modernen Welt von heute dürfte es wohl sein, grundsätzlich das zu begehren, was nicht unbedingt benötigt wird. Somit nehmen Luxusbedürfnisse einen besonders hohen Stellenwert ein. Wer sich davon nicht genügend erfüllen kann, fühlt sich schlecht oder wird von gewissen Gruppen nicht akzeptiert. So war auch die Klassenbildung in früheren wie die heutige in wesentlichem Ausmaße vom Einkommen bzw. verfügbarem Vermögen abhängig. Demgemäß wurde die Bevölkerung unterteilt. Das ist in heutigen Zeiten zwar nicht mehr ganz so krass, aber Gruppenzugehörigkeit sehr wohl noch vorhanden. Wenigstens spricht man nicht mehr von Klassen so wie dies früher der Fall war. Denn da wäre der heute gar so stark ausgeprägte Mittelstand eher weiter unten anzutreffen (während er heute die Mehrheit der Bevölkerung darstellt und als durchaus hochwertig angesehen wird).
Diese Darstellung der Menschen mag zynisch auf den Leser wirken, doch muss einfach darauf hingewiesen werden, wie sehr uns Geld und Materielles nur allzu oft blenden und den Sinn für andere wichtige Dinge des Lebens zeitweise vergessen lassen. So sieht man auch zu, dass man die bestmögliche Ausbildung erhält, mit der man später einmal das Meistmögliche verdienen kann. Interessen werden dabei oft außer Acht gelassen, obwohl man sich für diese Gebiete oftmals wesentlich besser eignen würde. So verzichtet man beispielsweise auf die eine Studienrichtung mit dem Argument, eine andere erhöht die Aussicht auf beruflichen Erfolg. Mag stimmen, doch kann man das, was einen interessiert doch wenigstens nebenbei ein wenig betreiben. Das hab ich mir zumindest gedacht und bin dadurch manchmal aufgrund zu vieler Arbeiten zur gleichen Zeit schon beinahe den Stresstod gestorben. Fazit: Nicht bloß das tun, was später einmal Geld bringt, sondern auch eigene Interessen versorgen, dabei sich aber bloß nicht zu viel zur selben Zeit aufoktruieren. Diesem Motto zu folgen ist manchmal schwer, aber durchaus möglich.
Natürlich könnte man auch versuchen, eine geeignete Kombination aller dieser Faktoren zu finden. Einen goldenen Mittelweg sozusagen. Denn sich ausschließlich um die eigenen Finanzen zu bemühen, kann ins Verderben führen (was sich u.a. an der gegenwärtigen Finanzkrise offenbart – denn gäbe es nicht einige wenige „Geldgierige“, hätte sich diese Situation vielleicht nie in dieser Form ergeben) und zudem den Blick für wirklich Wesentliches im Leben trüben.
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