Börsen weltweit – eine unglaubliche Entwicklung
TweetMomentan (Fr., 19.9.08 und Sa., 20.9.) scheint die Hochstimmung an den weltweiten Börsen ungebrochen. Explosionsartige Kursanstiege sorgen für Euphorie – manche Börsen, wie etwa die in Shanghai, erlebten den höchsten Kursanstieg ihrer Geschichte. Dennoch warnen Experten – dies war keine Entwicklung wie sie oft passiert.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 war wohl das letzte mit dem jüngsten Börsencrash vergleichbare Ereignis an der Wall Street. Doch plötzlich wendete sich das Blatt und die Kurse schossen in die Höhe. So auch der Wiener ATX (~ + 11,5 %). Etliche Anleger zeigten sich durch die Kursentwicklungen in extremster Feierlaune, andere waren etwas misstrauischer gestimmt.
Shanghai hatte noch nie zuvor solche Kursanstiege erlebt wie jene am Freitag. Einen höheren Anstieg der Aktien als +10 % ließen die chinesischen Behörden allerdings nicht zu.
Auch in Moskau präsentierte sich die Situation nicht viel anders. Die Geldspritze durch den Kreml hat dem russischen Leitindex sichtlich gut getan – schon in den ersten 15 Minuten nach Handelsbeginn schoss er um 18 % in die Höhe, wodurch er sofort einen beträchtlichen Teil seiner Wocheneinbußen wettmachen konnte. Das Hoch an der Börse wurde jedoch aufgrund von Skepsis kurz darauf eine Stunde lang unterbunden. Dadurch wurden dem Hoch jedoch keine Steine in den Weg gelegt und die Gewinne wurden um weitere 15 % ausgebaut.
Trotz der weltweiten Euphorie ist es ratsam, Vorsicht walten zu lassen. Die Entwicklungen, wie sie gestern (Fr., 19.9.08) stattgefunden haben, sind ungewöhnlich. Als Privatanleger sollte man in solchen Zeiten besonders wachsam sein und die Wertpapiergeschäfte möglichst bleiben lassen.
Was wird nun weiterhin geschehen?
Dies lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Laut Expertenmeinung sei die Finanzkrise noch längst nicht überwunden und auch in Westeuropa besteht Rezessionsrisiko. In Deutschland sind viele Aktienexperten sogar der Ansicht, die Börsen könnten schon bald einen neuen Jahrestiefstand erreichen.
(Quelle: Die Presse; Sa., 20. Sept. 2008)