Negative Nachwehen der großen Bankenkrise?

Basel III: Herausforderung für Österreichs Banken

Nach wie vor ist der Bankensektor nicht zur Ruhe gekommen. Täglich trudeln neue Nachrichten über die Nachwehen der letzten Krise ein. Aktuell geht es um die Reformen des Eigenkapitalbedarfs der Banken. Dieses als Basel III bezeichnete Reglement sieht in diesem Bereich eine Erhöhung der Quote vor, um vor neuerlichen Krisen besser gewappnet zu sein.

Was bedeuten diese neuen Vorschriften der Finanzwächter, die spätestens 2013 in Kraft treten sollten, für die österreichischen Geldinstitute? Befürchtungen werden laut, dass beim Bankpersonal künftig eingespart wird und für den Verbraucher außerdem die Kredite teurer werden. Bisher können über die Auswirkungen von Basel III allerdings lediglich vorsichtige Prognosen gewagt werden. Sicher ist nur, dass die Banken über mehr Eigenkapital als bisher verfügen werden müssen.

Experten sagen für Österreich einen erhöhten Kapitalbedarf im Ausmaß zwischen knapp über zehn und 33 Milliarden Euro voraus. Bei den heimischen Geldinstituten handelt es sich im internationalen Vergleich um kleine, lediglich mäßig kapitalisierte Banken, weshalb sie von den Basel III-Anforderungen vor große Herausforderungen gestellt werden. Über die besten Voraussetzungen zur Erfüllung der noch zu definierenden Eigenkapitalsquoten verfügen aller Wahrscheinlichkeit nach Raiffeisen, Bank Austria sowie die Erste.

Teurere Kredite, weniger Bank-Personal?

Politisch gesehen werden die neuen, internationalen Vorschriften begrüßt. Der österreichische Finanzminister Pröll sieht darin die optimale Lösung für eine langfristige und krisensichere Stabilität auf dem Banksektor. Auch der Chef der Österreichischen Nationalbank (OeNB) Nowotny sieht Basel III gelassen entgegen und geht davon aus, dass die spürbaren Auswirkungen auf die österreichische Bevölkerung von marginaler Natur sein werden.

Szenarien warnen davor, dass viele hiesige Bankangestellte gekündigt werden müssen um die erhöhte Eigenkapitalsleistung erbringen zu können. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass in Zukunft weniger Kredite vergeben werden. Nowotny hält die erste Aussage für unwahrscheinlich, hinsichtlich der Kredite weist er allerdings darauf hin, dass es dazu kommen könne.

Allerdings seien vor allem risikobehaftete Kredite davon betroffen, die von Banken ohnehin nicht gerne vergeben werden. Neben Krediten könnten auch diverse andere Bank-Produkte bzw. Serviceleistungen für den Kunden kostenintensiver werden. In dieser Hinsicht sieht der OeNB-Chef aber nicht die Voraussetzungen für Basel III sondern vielmehr den Banken-Wettbewerb in der Verantwortung.

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