Kein Kredit mehr für Klagenfurter HGAA
TweetBank im Visier der Justiz
Auch in den Sommermonaten ist der Hypo Group Alpe Adria (HGAA) keine Erholung im Zuge des Korruptionsskandals vergönnt gewesen. Allerdings hat sich dieses österreichische Geldinstitut seine prekäre Situation selbst zuzuschreiben. Die Hypo Group Alpe Adria mit Sitz in der Kärntner Hauptstadt Klagenfurt ist nun den schmerzhaften Nachwehen ausgesetzt, die der mittlerweile verstorbene Landeshauptmann Jörg Haider mit seiner sorglosen und verschwenderischen Finanzpolitik und Freunderlwirtschaft über seinen Tod hinaus zu verantworten hat.
Mit der Verhaftung Wolfgangs Kulterer wird nun der ehemalige Bankchef persönlich zur Verantwortung gezogen. Ihm wird Untreue vorgeworfen, festgenommen wurde er aufgrund akuter Verdunkelungs- und Fluchtgefahr. Diese Zuspitzung im aktuellen österreichischen Bankkrimi stellt allerdings lediglich die Spitze des Eisbergs dar. Weitere Festnahmen werden von der Sonderkommission, die mit dieser Causa betraut wurde, nicht ausgeschlossen. Vielmehr wird derzeit noch gegen potenzielle Mittäter ermittelt.
Kulterer selbst wurde Ende 2008 bereits wegen gefälschter Bilanzen zu einer Geldstrafe rechtskräftig verurteilt. Im aktuellen Fall werden ihm unrechtmäßige Geschäfte, welche der frühere HGAA-Boss auf dem Balkan getätigt haben soll, zur Last gelegt. Unter anderem ist das Geldinstitut in Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina sowie Montenegro aktiv. Vor allem von kroatischer Seite aus werden bereits seit einem Jahrzehnt Korruptionsvorwürfe geäußert.
Geld vom Steuerzahler, staatlicher Aktivismus
Weiters wurden auch Stimmen laut, die Kulterer in der hauptsächlichen Verantwortung für die so genannte Bayern-LB-Affäre sehen. Als Tochter dieses deutschen Bankinstitutes haben die skandalträchtigen Geschehnisse rund um die Kärntner Hypo Group Alpe Adria auch das Haupthaus in arge Schwierigkeiten gebracht, die der Staat und der Steuerzahler finanziell zu begleichen hatte. Im Zuge der Bankenkrise wurde die HGAA Ende 2009 verstaatlicht. Konsequenterweise ist es von großem staatlichem Interesse, die grenzüberschreitenden Affären der letzten Jahre restlos aufzuklären.
Vor wenigen Tagen hat Justizministerin Claudia Bandion-Ortner, angesichts der Tragweite, welche die HGAA-Causa inzwischen angenommen hat, angekündigt, verschärft gegen finanzwirtschaftliche Straftaten vorzugehen. Sie setzt dafür auf Insider, die als Informanten bei der Aufklärung bei Wirtschaftskriminalität unterstützend eingreifen. Wie lange der Krimi um die Kärntner Bank noch andauert und wie er letztlich ausgehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Allerdings kann mit dem künftigen verschärften Vorgehen gegen illegale Machenschaften ein erster Erfolg verbucht werden.
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