Geldanlage im Ausland – ausländische Anbieter haben oftmals bessere Konditionen

Viele Verbraucher blicken am Ende des Monats auf ihr bescheidenes Sparbuch und wünschen sich, dass die Zinsen etwas größer seien. Im Internet suchen sie nach Lösungen und stoßen dabei auf Angebote ausländischer Anbieter.

Allen voran Tages- und Festgeldkonten scheinen im Ausland besser verzinst zu werden. Wie Sie das Ersparte im Ausland anlegen und was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie im Anschluss.

Das Sparen hat sich für viele Menschen zu einem lukrativen Hobby entwickelt. Sie informieren sich online über die neusten Angebote und sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, ihr Erspartes anzulegen.

Leider müssen österreichische Sparer dabei immer öfter auf Angebote im Ausland ausweichen, da die Zinsen in ihrer Heimat alles andere als lukrativ sind. Dies ist in erster Linie der Europäischen Zentralbank zuzuschieben, da sie auf eine lockere Geldpolitik sowie niedrige Zinsen setzt – und eine Änderung ist in naher Zukunft nicht in Sicht.

Zinserträge bei ausländischen Banken versteuern

Seit vielen Jahren legen Verbraucher ihr Erspartes auf Tages- und Festgeldkonten an oder vermehren es auf eine andere lukrative Weise. Damit die Sparzinsen für Kunden attraktiv sind, verzichten viele Anbieter auf Niederlassungen in Österreich. Für Sparfüchse bedeutet das: Die Zinserträge müssen versteuert werden. Und das ist vor der Wahl eines Anbieters zu beachten.

Praktischerweise stellen Anbieter wie moneyou automatisch Informationen für Zinserträge bereit. Zu Beginn des Jahres wird eine Übersicht erstellt, die sich Kunden herunterladen können, um die Zinserträge auf ihrer Steuererklärung anzugeben (Tipps zu Steuern in Österreich hier).

Grundsätzlich gilt: Für alle Zinseinkünfte müssen Sie den Steuersatz von 25 Prozent anwenden. Der Steuersatz hat sich 2016 zwar auf 27,5 Prozent erhöht, jedoch gilt er nicht für Zinsen auf Bankkonten.

Lukrative Festgeldkonten im europäischen Raum

Wie Sie sehen können, ist die Versteuerung der Zinserträge kein großes Problem, sodass Sie nicht davor zurückschrecken sollten, Ihr Geld im Ausland anzulegen. Wo aber sind lukrative Angebote zu finden?

Schauen wir uns zunächst im europäischen Raum um. Einer Recherche von weltsparen.at zufolge sind folgende Länder bei einjährigen Festgeldkonten (in Euro) von Interesse:

  • Italien (2,3 %)
  • Rumänien (2,0 %)
  • Niederlande (1,6 %)
  • Frankreich (1,6 %)
  • Portugal (1,5 %)
  • Spanien (1,5 %)

In Österreich lagen die höchsten Einlagenzinssätze bei 1,4 Prozent. Wer sich hingegen für Fremdwährungen interessiert, sollte ein Festgeldkonto in Polen, Norwegen oder dem Vereinigten Königreich eröffnen.

Die Einlagensicherung gilt in der ganzen EU

Ein weiterer Grund, der für das Anlegen des Ersparten im EU-Raum spricht, ist die Einlagensicherung. Sie beträgt 100.000 Euro und wird gegen alle Ausfälle gewährleistet; eine Insolvenz würde die Auszahlung allenfalls auf maximal 25 Arbeitstage verzögern.

Abseits der Einlagensicherung sollten Sie auf die Währung achten, die Sie für Ihre Anlage wählen. Der Euro hat den Vorteil, dass es keine Spekulationen gibt beziehungsweise Sie weder ein Währungsrisiko noch -chancen haben. Sie können also leichter planen, wie sich Ihr Erspartes im Laufe der Jahre entwickelt.

P2P-Kredite liefern hohe Zinsen

Zwar profitiert man bei sogenannten Peer-to-Peer-Krediten nicht von einer Einlagensicherung, dafür ist die Rendite bei diesen Finanzprodukten sehr hoch. In Deutschland boomen die P2P-Kredite seit vielen Jahren, in Österreich hingegen ist der Markt des Crowdlendings noch recht klein – ein Blick ins Ausland lohnt sich also.

Durch die Finanzkrise haben die Kredite von Privat eine große Bedeutung erlangt, da einige Verbraucher die offiziellen Kreditorgane umgehen wollen. Die P2P-Portale sind im Regelfall Kreditvermittler, die mit ihren Plattformen Kreditgeber und -nehmer verbinden.

Das Prinzip ist simpel: Angenommen Hans A. benötigt einen Kredit in Höhe von 5.000 Euro, um eine Solaranlage auf seinem Haus zu montieren. Private Geldgeber finanzieren die Summe mit von ihnen gewählten, im Regelfall kleinen Beträgen (zum Beispiel jeweils 100 Euro). Insgesamt 50 Kreditgeber würden also das Vorhaben komplett finanzieren.

Die Zinsen (per annum) werden vom Kreditnehmer festgelegt und bewegen sich im Bereich von zehn Prozent – größere Zinsen sind unrealistisch.

Achtung: Bedenken Sie, dass die Zinserträge aus P2P-Krediten versteuert werden müssen!

Vorsicht bei Cryptowährungen

Neben klassischen Anlagen wie Tages- und Festgeldkonten sowie dem relativ jungen Markt der P2P-Kredite hantieren immer mehr Österreicher mit Cryptowährungen wie Bitcoin. Die digitalen Währungen werden von immer mehr Onlineshops akzeptiert, bringen aber auch ein Problem mit sich: Zinserträge.

Laut dem Verein zur Förderung von Bitcoin in Österreich ist die Cryptowährung ein unkörperliches Wirtschaftsgut. Die Besteuerung ist etwas kompliziert und hängt von der Nutzung der Bitcoins ab. Spekulationsgeschäfte sind steuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung kleiner als ein Jahr ist; außerdem gibt es eine Freigrenze von 440 Euro.

Achtung: Selbst wenn Sie Bitcoin erwerben und sie als Zahlungsmittel zum Erwerb eines Notebooks nutzen, sind Sie steuerpflichtig, wenn das Gerät innerhalb eines Jahres angeschafft wird.

Problematisch ist die Tatsache, dass Verbraucher ihre Bitcoins in mehreren Wallets (Portemonnaies) aufbewahren können. Es ist derzeit unklar, ob die Besteuerung auf jeden einzelnen Wallet oder das gesamte Bitcoin-Einkommen angewendet werden muss. Orientiert man sich an Wertpapieren, dann wäre die Besteuerung pro Wallet gültig.

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