Teure Projektstopps bei Immobilien

Ein Krisenmanagement muss gut überlegt sein. In Österreich haben jetzt viele Immobilienfirmen ihre Projekte auf Eis gelegt und müssen dafür jedoch mehrere Millionen zahlen.

Das Einfrieren von Immobilienprojekten kostete vor allem bei den börsenorientierten Gesellschaften sehr viel Geld. Der Schadensersatz berechnet sich meist über zehn Prozent des ursprünglichen Gesamtprojekts. Für die Projektstopps werden in Österreich monatlich mehrere Millionen Euro ausgegeben. Der größte Kostenpunkt ist hier das Freikaufen aus den Projekten. Dabei gilt, je weiter ein Projekt schon fortgeschritten ist, desto kostspieliger wird es, sich aus diesem Projekt freizukaufen. Sobald man als Unternehmen merkt, dass ein Projekt nicht rechtzeitig beendet werden kann, muss man entweder um Aufschub bitten, oder sich gänzlich aus diesem Projekt kaufen. Die Kosten dafür sind jedoch enorm hoch. Generell kann man auch sagen, dass je weiter östlich ein Bauvorhaben liegt, desto teurer wird der Ausstieg. Vor allem wenn schon die meisten Genehmigungen vorliegen. Es gibt nur wenige Unternehmen, die bisher noch keines ihrer Projekte einstellen musste.

Neben den Schadensersatz muss man jedoch auch alle vorher getätigten Ausgaben mit hinzurechnen. Das sind zum Beispiel die Kosten für die Investments und die Planung. Diese sind bei Projektstopps als sogenannte verlorene Kosten zu sehen. Die Planungen und die Genehmigungen kann man mit fünf Prozent des Gesamtwerts berechnen. Zinsen bringen nochmal fünf bis sechs Prozent jährlich auf die Grund- und Planungskosten. Doch nicht allen Unternehmen in Österreich geht es so schlecht. Bisher wird auch vermieden, bereits angefangene Projekte zu stoppen. Meist werden nur bisher geplante Projekte wieder zurückgezogen und nicht mehr realisiert. Genaue Informationen über die Kosten geben jedoch die wenigsten Immobiliengesellschaften bekannt.



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