Telefongesellschaften wollen weg vom Image der „Handyfinanzierungs-Banken“

Am 05. März 2009 rief O2 die so genannte Tarifrevolution aus. Es ist durchaus möglich, dass damit der vor Jahren von der Eplus-Marke „Base“ losgetretene Stein der Trennung der Rechsgeschäfte des Handykaufs und der Tarifierung sich zu einem Erdrutsch entwickelt.

Es war insbesondere auf dem deutschen Markt in der Vergangenheit üblich gewesen, dass die Telefongesellschaften über überhöhte Grundgebühren den Preis für das Handy optisch nach unten drückten, um den Kunden den Kauf der Handys vermeintlich zu erleichtern. Tarife ohne Grundgebühren wurde lange Jahre gar nicht erst angeboten und so wurde der Kunde dazu erpresst auf den Abschluss eines überteuerten Ratenkredites zur Finanzierung des Handys einzugehen.

O2 geht jetzt noch einen Schritt weiter als damals Base, weil es Verträge ganz ohne Vertragsbindung anbietet. Der Kunde ist also nicht mehr bei einer Gesellschaft „eingesperrt“ und kann jederzeit wechseln. Bei dieser Art der Vertragsgestaltung muss der Kunde natürlich sein Mobiltelefon selber bezahlen. Da sich aber die Telefongesellschaften in der Vergangenheit ihre erzwungenen Ratenkredite teuer haben bezahlen lassen, dürfte der Schritt von O2 ganz klar im Sinne des Kunden liegen. Kunden die weiterhin Wert auf eine Subventionierung des Endgerätes legen, können gegen eine erhöhte monatliche Grundgebühr und eine wie gehabt längere Vertragsbindung weiterhin nach dem alten und gewohnten Verhaltensmuster verfahren und sich das Handy auf einen optisch niedrigen Preis runtersubventionieren lassen.

Auf jeden Fall kann man das Fazit ziehen, dass das Angebot und die Wahlmöglichkeit für die Konsumenten reichhaltiger werden. Eine weitere positive Entwicklung könnte sein, dass die hohen Preise für Handys ohne Vertrag zumindest latent sinken werden, weil die Endkunden nun einen Anreiz haben, härter um die Preise zu feilschen. Denn das Verhandeln war natürlich bei Handys, die ohnehin zu Null Euro angeboten wurden, nicht besonders ausgeprägt. Es macht also sehr viel Sinn, wenn die Telefongesellschaften zukünftig nach der Regel verfahren „Schuster bleib bei Deinen Leisten“ und sich wenigstens etwas aus dem eigentlich fremden Bankgeschäft zurückziehen.



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