Insolvenz des Hollandfonds 51 der TVP

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat das Amtsgericht in Niebüll den Insolvenzantrag des Hollandfonds 51 von der TVP entgegen genommen, einer Tochter des Hamburger Emissionshauses MPC.

Die Folgen des Antrages in Schleswig-Holstein sorgen mehr als 1.000 Kilometer entfernt in Österreich für ein Beben. Der Fond wurde exklusiv für Kunden der österreichischen Raiffeisenbank angelegt. Nicht nur das bereits investierte Geld ist aller Voraussicht nach verloren, es könnte auch eine Rückzahlungsforderung vom Insolvenzverwalter folgen.

Anleger: Vorwürfe an Investor

Für die betroffenen Anleger dürfte vor allem die Vorgehensweise ein Dorn im Auge sein. Sie haben erst aus der Presse von der Insolvenz des Hollandfonds 51 erfahren.

Kritik äußert vor allem der Verein für Konsumenteninformation, kurz VKI. Sie erhebt schwere Vorwürfe gegen die Treuhandgesellschaft TVP, die zur Informationsweitergabe verpflichtet war. Als Tochtergesellschaft des Emissionshauses MPC hält TVP die Fondsbeteiligung.

Möglicher Totalverlust für Anleger

Möglicher Totalverlust für Anleger

Bank war nur Vermittler von MPC

Die Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien weist hingegen alle Vorwürfe von sich. Zwar seinen vor allem Kunden dieser Bank betroffen, doch sieht sich die Bank nur als Vermittler der Fonds. „Wir haben dieses Produkt von MPC an Kunden vermittelt. Für die Informationen zur Entwicklung dieses Produktes ist die Treuhandgesellschaft TVP verantwortlich“, hieß es dazu seitens der Raiffeisenbank.

Undurchsichtiges Handeln des Mutterkonzerns

Die VKI kündigte bereits eine Klage gegen die TVP an und wirft ihre schwere Pflichtverletzungen vor. In Österreich wurden Verkaufsbeschreibungen verbreitet, die offensichtlich falsch und irreführend waren. Sebastian Schuhmacher wird als Rechtsvertreter der VKI für die juristische Auseinandersetzung in diesem Fall verantwortlich sein.

In der Vergangenheit hat der Jurist bereits Klagen gegen die TVP und die Raiffeisenbank geführt. Betroffenen Anlegern rät er ein schnelles Handeln in diesem Fall. „Wer seine Ansprüche gegen die TVP bis spätestens 19. Juni 2015 von der MPC besichert verlangt, bewahrt sich die Chance, auch von der MPC Schadenersatz zu bekommen.“

VKI sieht Chance auf Schadenersatz

Schuhmacher ist sich sicher, das sich der Mutterkonzern sich aus der Verantwortung zu ziehen versucht. Ende des vergangenen Kalenderjahres hat die MCP einen „Gewinnabführungsvertrag“ mit der TVP gekündigt.

Über mehrere Jahre wurden die Gewinne aus dem Geschäft an den Mutterkonzern abgeführt. Mit der Kündigung will die MCP nun aber „nicht für die Ansprüche der Anleger gegen die Treuhänderin“ haften, so Schuhmacher.

  • Finanzielle Folgen weitreichend: Es ist zu erwarten, dass sich viele Anleger des Hollandfonds 51 an einer Klage gegen die Treuhänderin beteiligen werden. Sie haben durch die Insolvenz viel Geld verloren, und dabei geht es nicht nur um das eingezahlte Kapital.
  • Der VKI hat darauf hingewiesen, das der vom Amtsgericht Niebüll bestellte Insolvenzverwalter die Anleger direkt dazu auffordern kann, auch bereits ausgezahlte Gewinnbeteiligungen zurückzuzahlen. Faktisch handelt es sich dabei nämlich nicht um Zinsen, sondern um Rückzahlungen des eingebrachten Kapitals. Laut Vertrag sind alle Anleger als Gesellschafter des Fonds aufgetreten und damit haftbar zu machen.

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