Börse:Immofinanz lehnt CA Immo-Angebot ab

Ende März hat CA Immo ein konkretes Angebot für die Übernahme von Konkurrenten Immofinanz vorgelegt.

Nach den Osterfeiertagen haben sich die Verantwortlichen bei Immofinanz zu Wort gemeldet – und eine Nichtannahme des Teilangebotes empfohlen. Als Grund nannte die Immobilienfirma aus Österreich das nicht akzeptables Angebot. Ob CA Immo nachbessert und ein höheres Angebot nachlegt, ist noch offen.

Beteiligungen & genaue Analysen

Beteiligungen & genaue Analysen

Kooperation von beiden Firmen geplant

Eine engere Zusammenarbeit ist seit Monaten ein Wunsch beider Firmen. Ca Immo ist in Österreich und Deutschland sowie in diversen Ländern in Osteuropa an Bürogebäuden beteiligt.

Der Fokus bei Immofinanz liegt auf Einkaufzentren und Bürohäuser im deutschsprachigen Raum und Osteuropa – bei einer Kooperation könnten beide Unternehmen ihre Energien bündeln.
Unklar war bis zuletzt aber die Frage, welcher Anbieter bei einer Kooperation die Oberhand behält. Ende März ging CA Immo in die Offensive und legte zusammen mit dem Partner O1 ein Angebot zur Erhöhung der Anteile vor. 2,80 Euro je Aktie wurden geboten, ein Geschäft mit einem Gesamtvolumen von 420 Euro Millionen für 13,5 Prozent mehr Anteile am Konkurrenten. Bisher besitzt CA Immo rund drei Prozent.

  • Angebot nicht gerecht:Der Vorstand von Immofinanz hat seinen Aktionären nun empfohlen, von einer Annahme des Angebotes abzusehen. In der offiziellen und gesetzlich vorgeschriebenen Begründung erläutert der Vorstand seine Entscheidung, die auch vom Aufsichtsrat des Unternehmens getragen wird.
  • „Das Angebot trägt dem Interesse aller Aktionäre der Immofinanz nicht angemessen Rechnung. Unter Berücksichtigung der laufenden Geschäftstätigkeit und des Geschäftsausblicks der Immofinanz kommt der Vorstand zu dem Schluss, dass der Angebotspreis von EUR 2,80 je Aktie nicht angemessen ist“.
  • Die gebotenen 2,80 Euro je Aktie lagen zwar knapp über dem Kurs an der Wiener Börse bei Abgabe des Angebotes, allerdings mehr als 36 % unter dem EPRA NAV vom Januar. Der Vorstand von Immofinanz sieht das Unternehmen derzeit in einer Übergangsphase, die von der Krise in Russland und Osteuropa geprägt ist. Langfristig steige der Aktienkurs des Unternehmens aber, daher sei das Angebot des Konkurrenten abzulehnen.

Angst vor Einfluss ins Tagesgeschäft

  • CA Immo hat in seinem Angebot zwar deutlich gemacht, das eine komplette Übernahme oder eine Einflussnahme auf das Tagesgeschäft nicht geplant sei. Auf Seiten von Immofinanz beurteilt man die Situation allerdings anders.
  • Das Unternehmen geht davon aus, das CA Immo mit der Präsenz in den Hauptversammlungen eine Sperrminorität erlangen könnte. Damit können etwa Beschlüsse, die einer 3/4-Mehrheit benötigen, blockiert werden.

Weiteres Vorgehen ungewiss: Mit dem Verzicht, das Angebot von CA Immo anzunehmen, bleibt die Lage bei den beiden großen Immobilienunternehmen aus Österreich zunächst ungewiss. In den Unterlagen zur Erhöhung der Anteile hatte CA Immo einen steigenden Preis pro Aktie ausdrücklich ausgeschlossen, mehr als 2,80 Euro sollen nicht gezahlt werden. Da beide Unternehmen in der Vergangenheit aber wiederholt von einer engeren Zusammenarbeit und einer möglichen Fusion gesprochen haben, rechnen Experten langfristig mit neuen Angeboten.

Speak Your Mind

*