Gesundheitskompetenz in Österreich

Gesundheitskompetenz: ein zunächst gewaltiges Wortspiel, welches jedoch auf den zweiten Blick jeden Menschen betrifft.

Es bedeutet nichts anderes als das Wissen, die Motivation und das Umsetzen einzusetzen, um die eigene Gesundheit zu fördern. Doch gerade in Österreich ist die Gesundheitskompetenz der Bürger im Vergleich zu anderen europäischen Staaten unzureichend. Dabei gibt es genügend Ansätze, um dies zu ändern.

Die Säulen der Gesundheitskompetenz

Die Gesundheitskompetenz basiert auf drei Säulen: Die Krankheitsbewältigung, die Prävention und die Gesundheitsförderung. Jeder Mensch in unserer heutigen Gesellschaft hat eigenverantwortlich die Möglichkeit diese drei Säulen anzuwenden, damit es ihm gesundheitlich gut geht. Das beginnt aber nicht nur im medizinischen Bereich, sondern umfasst alle Aspekte im Leben.

Doch was bedeuten die drei Säulen der Gesundheitskompetenz eigentlich?

Krankheitsbewältigung: Krank sein möchte niemand und ein chronisches Leiden möchte man schon dreimal nicht. Deshalb schieben die meisten Menschen ihre Krankheit fort – verdrängen sie. Das jedoch ist genau das Gegenteil der Krankheitsbewältigung.

Denn in der Krankheitsbewältigung geht es darum, Lebensqualität wieder zurück zu gewinnen. Im Einzelnen bedeutet es, Therapien zu unterstützen, Einsicht und den Willen zur Bereitschaft zu zeigen, um den eigenen Gesundheitsprozess zu fördern. Aus medizinischer und therapeutischer Sicht werden die körperlichen sowie psychologischen Behandlungsmöglichkeiten, so gut wie es nun mal geht, auf den Patient und seine Umgebung angepasst.

Quelle: http://www.wecarelife.at/gesundheit-medizin/rat-wissen/vorsorge-behandlung/der-muendige-patient/gesundheitskompetenz.htmlSlim healthy Woman losing weight. Health and diet

Prävention: Es bedeutet im Grunde nichts anderes als auf den eigenen Körper und die eigene Psyche zu achten. Vorsorgetermine wahrzunehmen, gesunde Ernährung, Sport und viele weitere Optionen stehen dabei im Fokus, um Krankheiten vorzubeugen.

Gesundheitsförderung: Anders als die Prävention ist Gesundheitsförderung auf die Stärkung der Gesundheit ausgerichtet. Der mögliche Umfang in dem die Gesundheitsförderung ausgeübt werden kann, hängt dabei nicht nur von den Kenntnissen und Fähigkeiten eines Menschen ab, sondern ist ein gesellschaftliche Ansatz. Denn die Gesundheitsförderung beginnt im eigenen Umfeld, erstreckt sich auf den Arbeitsplatz und endet in politischen Ansätzen.

Österreich im weltweiten Vergleich

Seit den 1970ern rückt die Gesundheitskompetenz immer weiter in den Fokus der Forschung. Auch eine umfassende EU-Studie (European Health Literacy Survey) von 2012 hat sich mit diesem Thema auseinandergesetzt.

Geleitet wurde die Studie von der Universität Maastricht. An dieser Untersuchung nahmen acht europäische Mitgliedsstaaten mit jeweils 1.000 Befragten ab einem Alter von 15 Jahren teil. Erschreckend war das Ergebnis besonders für Österreich. Denn das Resultat war unterdurchschnittlich.

Für jeden zweiten Österreicher ist die Gesundheitskompetenz ein schwieriges Thema. Im Vergleich ist mit 29 Prozent die Niederlande sehr gut informiert. Aber in Österreich selbst gibt es große Unterschiede. So sind es im Vorarlberg nur 36 Prozent mit einer eingeschränkten Gesundheitskompetenz. Die Steiermark hingegen weist mit 63,3 Prozent ein weit höheres Defizit auf. Auch in den verschiedenen Bildungsschichten, Altersgruppen und Menschen mit Migrationshintergrund werden Unterschiede deutlich. Ungewöhnlich ist, dass besonders österreichische Bürger, die sehr häufig krank oder chronisch erkrankt sind, mit 76 Prozent eine sehr hohe, eingeschränkte Gesundheitskompetenz aufweisen.

Quelle: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/aktuelles/gesundheitskompetenz.html
Die Unterschiede machen sich vor allem in der Inanspruchnahme von medizinischen Hilfen und dem Eintrittszeitpunkt in das Gesundheitssystem bemerkbar. Das heißt, Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz nehmen beispielsweise häufiger Notfalldienste in Anspruch. Zudem haben sie häufig Schwierigkeiten, Medikamente richtig einzunehmen und Beipackzettel richtig zu lesen. Bei älteren Menschen mit einer niedrigen Gesundheitskompetenz konnten bereits mehrere Studien nachweisen, dass der allgemeine Gesundheitszustand schlechter ist, als bei älteren Patienten mit einer hohen Gesundheitskompetenz.

Österreich setzt auf neue Gesundheitsziele

Runner athlete running on escalator stairs. woman fitness jogginÖsterreich hat sich der Studie angenommen und 2011 neue Rahmengesundheitsziele in die Wege geleitet. Dabei spielt auch die Chancengleichheit eine entscheidende Rolle. So ist eines der Ziele, dass Menschen, ganz gleich aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie stammen, die selben Gesundheitschancen erhalten. Zudem setzt die österreichische Regierung auf den Faktor Umwelt.

Denn ebenso diese ist maßgeblich an einer gesunden Lebensqualität beteiligt. Da aber die einzelnen Bundesländer gravierende Unterschiede in der Gesundheitskompetenz aufwiesen, haben die Bundesländer ihre eigenen Ziele entwickelt. Oberösterreich beispielsweise hat ein ganzes Paket ins Leben gerufen. Eines der Ziele ist es, dass bis 2020 200 Schulen mit dem Siegel „gesunde Schule“ ausgezeichnet werden können.

Denn für ein gesundes Leben und der damit verbundenen hohen Lebensqualität ist es wichtig, dass bereits Kinder in den Kontakt mit der Gesundheitskompetenz kommen. Doch wie kann das im Einzelnen aussehen?

Gesundheit beginnt schon im Mutterleib und im Säuglingsalter. Das bedeutet, Eltern benötigen ausreichend Informationen, um zu wissen, wie sie die Kleinsten gesund ernähren können.

Ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung im Kindergarten, psychologische Betreuung für Jugendliche sind weitere Aspekte bei der Umsetzung, um eine stärkere Gesundheitskompetenz zu fördern.

Gesundheitskompetenz beginnt bereits im Alltag

Doch häufig sind politische Rahmenbedingungen weit von dem Alltag der Menschen entfernt. Aber Gesundheitskompetenz fängt bereits im eigenen Umfeld an. Das Familienleben ist dafür ein gutes Beispiel.

Kommunikation und strukturierte Gestaltung des Alltags sind grundlegende Eckpfeiler für ein ausgeglichenes Familienleben, dass auch offen für eine starke Gesundheitskompetenz ist. So ist wissenschaftlich bewiesen, dass allein das Vorlesen von Geschichten die Gesundheit der Kleinen positiv fördert.

Und dennoch stellt sich die eine Frage: Warum ist Gesundheitskompetenz so wichtig im Leben? Weil gesund sein bedeutet, ein zufriedenes Leben zu führen. Auch für Jugendliche wird dies immer wichtiger. Beispielsweise stellt sich hierbei der Weltgesundheitstag dem Ziel, die Gesundheitskompetenz von Jugendlichen in Österreich zu erhöhen.

Quelle: http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150407_OTS0009/weltgesundheitstag-die-gesundheitskompetenz-jugendlicher-in-oesterreich-erhoehen

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