Linux in der Wirtschaft – Wo wird das Betriebssystem eingesetzt?

Die Linux-Einsatzbereiche sind seit der Entwicklung des Systems in den 1980er und dem professionellen Einsatz in den 1990er Jahren stetig gewachsen, es kamen viele freie Programme hinzu, zudem hat sich Linux in einigen Bereichen – beispielsweise bei Servern – als sehr vorteilhaft erwiesen.

Gerade deshalb setzen weite Bereiche der Wirtschaft auf Linux, das jedoch ebenso von Privatanwendern immer mehr genutzt wird.

Die wichtigsten Einsatzbereiche im Überblick

In vielen Bereichen existiert Linux neben anderen Systemen wie Windows, Mac OS, Unix oder Solaris eher gleichberechtigt. Dazu gehören:

-Einsatz als Office-System auf Büro- und Heim-PCs
-Desktop-Migration in Unternehmen
-Spiele-PC
In anderen Bereichen ist Linux anderen Betriebssystemen vielfach überlegen. Dazu gehören:
professionelle Multimedia-Bearbeitung
-Server-Systeme für Datenbanken
-Austausch von Daten zwischen Windows und Linux via Samba
-Telefon-Software Asterisk für Firmennetze
-Mail- und DNS-Server
-Großrechner
-Computercluster
-Supercomputer

Beim Einsatz auf PCs erfüllt Linux alle üblichen Ansprüche an Office-Programme (mit OpenOffice.org), an Bildbearbeitung (meist Gimp), E-Mail-Programme und Browser. Für die Unternehmensplanung gibt es spezielle Linux-Programme ebenso wie die Entwicklerwerkzeuge KDevelop oder Eclipse.

Für die professionelle Multimedia-Bearbeitung stellt Linux das JACK Audio-Connection-Kit bereit, eine Sound-Architektur mit sehr niedrigen Latenzzeiten. Programme wie Ardour nutzen JACK, in der Filmbranche werden Spezialeffekte von Filmen mit Linux-Rechnerverbünden gerendert. Das Linux-Programm CinePaint wurde beispielsweise bei den Harry Potter-Verfilmungen eingesetzt.

Die Desktop-Migration mithilfe von Linux

Linux-Desktops ermöglichen eine bessere Migration verschiedener Programme, einige Stadtverwaltungen nutzen das bereits, ebenso Industrieunternehmen wie beispielsweise Citroën. Wenn ohnehin neue Betriebssysteme installiert werden sollen, lohnt sich die Umstellung auf Linux, der Anpassungsprozess für die Mitarbeiter fällt nicht größer aus als zwischen verschiedenen Windows-Versionen.

Verstärkt werden Thin-Client-Lösungen mit Linux präferiert, die Daten werden also firmenintern auf Servern gelagert. Hier bietet Linux große Vorteile gegenüber Windows-Systemen und erspart den Unternehmen aufwendige Hardware-Aufrüstungen.

Linux als Server-System

Für Serversysteme hat sich Linux schnell etabliert, vor allem wegen der kostenlos verfügbaren Serversoftware und der wartungsarmen Stabilität von Linux. Auch dass Linux modular aufgebaut ist, unterstützt den Betrieb dedizierter Server, außerdem ist Linux mit allen bekannten Serverarchitekturen kompatibel.

Der Anteil auf dem Servermarkt wächst folgerichtig sehr rasch, wobei sogar traditionelle UNIX-Systeme verdrängt werden. Noch konkurriert Windows auf dem Servermarkt sehr stark mit Linux, der Ausgang ist bislang offen. Möglicherweise ist der Linux-Anteil schon größer als nach gängigen Statistiken ermittelt werden kann, denn Linux-Distributionen können lizenzfrei auf einer beliebigen Anzahl von Geräten installiert werden.

Modernste Serverhardware wird durch Linux unterstützt, beispielsweise der IBM-eServer p5, auf dem bis zu 256 Installationen unter Linux parallel laufen können. In Netzwerken wird Linux aufgrund seiner hohen Sicherheit sehr gern eingesetzt, so als Gateway, Firewall oder Router.

Banken und Industrieunternehmen mit sehr großen Datenmengen nutzen bevorzugt Linux-Server, Computercluster funktionieren am besten unter Linux, und 70 Prozent der schnellsten Supercomputer der Welt wurden schon 2006 unter Linux betrieben.

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