Aktienfonds verlieren an Beliebtheit

Frankfurter Allgemeine Zeitung

13. Februar 2008 – Viele Privatanleger haben die Kursgewinne an den Aktienmärkten im vergangenen Jahr zum Ausstieg aus Aktienfonds genutzt. Einer vom Bundesverband Investment (BVI) veröffentlichten Absatzstatistik für 2007 zufolge zogen sie im Jahresverlauf 14,2 Milliarden Euro mehr ab als sie gleichzeitig einzahlten.
Statt Aktienfondsanteilen setzen Anleger bevorzugt auf steueroptimierte Rentenfonds, v.a. weil sie auf der Suche nach Erträgen ohne größere Risiken sind.

Der Schub der neuartigen Steuersparmodelle erklärt sich v. a. durch die Halbierung des Sparerfreibetrags auf Kapitaleinkünfte im vergangenen Jahr. In diesen Fonds werden über Investitionen in niedrig verzinsliche Anleihen die steuerpflichtigen Erträge verringert. Die drei meistverkauften Publikumsfonds des vergangenen Jahres bildeten Uni Opti 4, Deka-Opti Cash und DWS Rendite Optima Four Seasons, die gemäß diesem System funktionieren und zusammen rund 25 Milliarden Euro an zusätzlichem Geld in der Anlegerschaft einsammelten.

Im laufenden Jahr setzt die deutsche Fondsbranche v. a. auf einen stärkeren Absatz im Vorfeld der Einführung der Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge ab 2009. Zusätzlich zu einem erheblichen Zulauf in vermögensverwaltende Angebote wie Dachfonds, Zielsparfonds und Mischfonds wird auch auf einen erfreulicheren Verkauf von Aktienfonds gehofft. Dieser sollte wesentlich erfreulicher verlaufen als im vergangenen Jahr, weil Kursgewinne ab 2009 steuerlich schlechter gestellt sind als heute.

Für langfristige Sparverträge soll eine Gleichstellung mit den Lebensversicherern erreicht werden. Dazu wird der Wertzuwachs von Sparplänen wie bei Lebensversicherungen nur zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, wenn der Sparvorgang mindestens zwölf Jahre dauert und der Sparer mindestens 60 Jahre als ist.

Zum Jahresende verwaltete die Fondsbranche in Deutschland ein Vermögen von 1,7 Billionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs von 177 Milliarden Euro bedeutet. Das Wachstum ist allerdings überwiegend auf Kursgewinne an den Finanzmärkten zurückzuführen. BVI-Präsident Mansfeld ist alles in allem mit dem Verlauf des vergangenen Jahres zufrieden. Der Nettoabsatz in Publikumsfonds stieg merklich von 18 auf 31 Millionen Euro an. Neben den steueroptimierten Rentenfonds wirkten sich hohe Zuflüsse in Geldmarkt- und Mischfonds positiv auf das Geschäft aus.



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    Eine Antwort “Aktienfonds verlieren an Beliebtheit”

    1. Daniel sagt:

      Dieses Sicherheitsdenken ist ein typisches Merkmal des deutschen Anlegers. Schaut man sich wie etwa auf http://www.investmentsparen.net/investmentsparen-in-deutschland.html abgebildet die Verteilung des Volksvermögens auf die verschiedenen Spar- und Anlageformen an, so erkennt man schnell, dass damit keine wirklich gute Rendite zu erzielen ist. Wenn rund 70 Prozent aller Vermögenswerte aus Bankguthaben, festverzinslichen Papieren und Versicherungen bestehen, schaffen es die restlichen 30 Prozent auch nicht mehr, eine vernünftige Durchschnittsrendite zu erzielen. So lange deutsche Anleger ihr Geld so verteilen, wird ihr Vermögenszuwachs im internationalen Vergleich weiterhin unterdurchschnittlich bleiben.

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